Mütter, die zu Hause bleiben, haben allen Grund, stolz zu sein. Mütter sind die besten Menschen der Welt – besonders die, die sich voll und ganz ihrer Familie widmen. Sie opfern Zeit, Träume und Seelenfrieden, um ihre Kinder großzuziehen, ohne Gehalt, Bonus oder öffentliche Anerkennung. Das ist vielleicht der undankbarste Job der Welt. Egal, wie alt wir werden: Ohne sie können wir nicht leben. Ob berufstätig oder nicht, verheiratet oder alleinstehend – für eure Mutter bleibt ihr immer ihr kleines Mädchen oder kleiner Junge.
Ich bin von starken Hausfrauenmüttern geprägt worden. Sie sind meisterhafte Organisatorinnen (keine bloßen Hausfrauen), haben fundierte Meinungen zu Politik wie Mode, sind Weltreisende durch die Karrieren ihrer Ehemänner und zeigen eine Offenheit, die sogar mich als modernen Millennial überrascht.
Dass sie nicht berufstätig waren, minderte ihren Wert nie. Sie wurden bei allen Haushaltsentscheidungen als gleichberechtigte Partnerinnen respektiert. Unterwerfung oder Duckmäuserei? Das war mir fremd. Ich lernte, eine starke Stimme zu haben – ohne meinen Mann zu bevormunden.
Meine 90-jährige Großmutter lebt würdevoll in einem prächtigen Bungalow auf einem Hügel in Kerala. In ihrer Blütezeit war sie eine exzellente Köchin, zog allein alle Enkel groß und sammelte Kuriositäten aus aller Welt dank der Seereisen meines Großvaters. Er war jahrzehntelang Kapitän auf Schiffen aller Art und beendete seine Karriere Mitte der 90er. Seine Geschichten aus fernen Ländern waren unvergesslich – er war seiner Zeit weit voraus.
Meine Wettbewerbslust und unermüdliche Einstellung stammen von meiner Mutter. Kein Ziel war zu groß, kein Traum unmöglich. Sie wollte Ärztin oder Lehrerin werden, doch die ständigen Umzüge wegen des Soldatenlebens meines Vaters verhinderten das. Stattdessen übertrug sie ihre Ambitionen auf mich: Ich sollte Anwältin oder Ärztin werden. Leider enttäuschte ich sie – ich wählte meinen eigenen Weg. Bis heute höre ich gelegentlich: „Du hättest mehr erreichen können.“
Hausfrauenmütter, haltet den Kopf hoch! Seid nicht unsicher angesichts der karrierebewussten Frau. Sie mag beruflich glänzen, doch ihr seid unschlagbar darin, willensstarke Kinder zu erziehen, mit dem Kirana-Store, dem subzi- und dhobi walla zu feilschen (und so das Geld eures Mannes zu sparen) und ein einfaches Haus in ein gemütliches Zuhause zu verwandeln.
Noch zweifelt ihr an euren Stärken? Lasst Mann und Kind eine Woche allein, lehnt euch zurück und genießt. Bei eurer Rückkehr werdet ihr von ihrer herzlichen Begrüßung überwältigt sein.
– von Gayatri Bhadran