Repräsentatives BildDie Sonne lugte abwechselnd hinter den Vormittagswolken hervor. Wir saßen am Fenster, genossen unseren heißen Morgentee und freuten uns auf unseren wohlverdienten Urlaub.
Meine fünfjährige Nichte hatte eine Leidenschaft für lange Telefongespräche entwickelt – und wir kamen dieser Faszination gerne nach. Ihre unschuldigen Geschichten drehten sich um ihr Frühstück, die Fortschritte ihres Spielzeugs in der selbstgebauten Klassenzimmer, Fähigkeiten aus ihren wöchentlichen Musikkursen, den Spaß beim Schwimmen und Skaten, das Wetter und so ziemlich alles unter der Sonne.
Dazwischen plauderten wir über die starken Regenfälle in Mumbai und unsere Pläne für die kommende Woche. Nur am Wochenende hatten wir Zeit für ausführliche Gespräche, und wir nutzten sie voll aus.
Bei einem solchen Anruf kamen wir zufällig auf ihren bevorstehenden Kurzurlaub zu sprechen, der an die Geschäftsreise ihres Vaters anknüpfte. Als sie ihre Reiseroute beschrieb, fragte ich spielerisch, ob sie Leckereien für uns mitbringen würde. Sie lachte herzlich, und in der kurzen Pause dachte sie sicher nach. Schon sprudelten Ideen für das perfekte Geschenk aus ihr heraus.
Der Gedanke verblasste schnell, als das Gespräch endete – es war nur ein kleiner Teil unseres Plauderns. Die Tage vergingen, unsere Kleine, die wir liebevoll 'Pot' nannten, reiste ab. Wie versprochen schickte sie Urlaubsfotos – bemerkenswert, denn anders als viele Kinder heute meidet sie normalerweise die Kamera. Wir waren begeistert und dachten an nichts anderes.
Doch Pot hat ein besseres Gedächtnis als wir. Bei ihrer Rückkehr überreichte sie uns eine Überraschung: sorgfältig ausgewählte Geschenke für mich und meine Schwester. Zwei winzige Geldbörsen (so groß wie ihre Faust), schicke Stifte mit leuchtenden Einhörnern, Bonbons – und sogar etwas für ihr Lieblingsplüschtier, das bei uns lebt. Nach Jahrzehnten war das erste Mal, dass uns jemand mit solch süßer, unschuldiger Geste beschenkte. Ein Geschenk, an dem wir lange Freude haben. Wer sagte doch gleich: "Unser Reichtum liegt nicht in materiellen Dingen"? Hiermit stimme ich voll zu!
– Von Nikita Gupta