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Erwachsen sein: Eine Lektion in Empathie von Kindern und verwaisten Kätzchen

Erwachsen sein: Eine Lektion in Empathie von Kindern und verwaisten KätzchenGeschrieben von Minati Pradhan

Bei meinen abendlichen Spaziergängen auf unserem Wohncampus beobachte ich oft eine Gruppe von fünf bis sechs Kindern, die einer Katze mit ihren Kätzchen folgen. Es ist ein herzerwärmender Anblick, wie fürsorglich die Kinder die Tiere füttern und die Kleinen tragen.

An jenem Abend klang ihre Stimme verzweifelt: „Tante, kannst du bitte dein Handy leihen? Wir brauchen eine Taschenlampe, um in den Abfluss zu schauen. Die Kätzchen sind weg – vielleicht sind sie durch die Löcher in den Abdeckplatten gefallen.“ Ich schaltete sofort die Lampe ein. Es war schon spät, die Dunkelheit hatte sich ausgebreitet, trotz der Laternen am Weg.

Mit dem Licht entdeckten wir zwei Kätzchen durch ein Loch. Glücklicherweise war der Regenablauf trocken. Doch die Öffnung war zu klein für ein Kind. „Sollen wir die Security rufen?“, schlug ein Junge vor und klammerte sich ängstlich an mein Tuch. Ich beruhigte ihn: „Wir finden eine Lösung.“

Inzwischen näherten sich einige Erwachsene – Eltern auf Spaziergang. Zwei kamen herüber: „Was macht ihr da?“ Die Kinder erklärten stürmisch ihre Rettungsmission. Ich blieb gelassen: „Ein Kind nach dem anderen – wir wollen die Kätzchen retten. Sie müssen hungern.“

„Warum die Mühe? Die Mutterkatze kümmert sich drum“, meinte einer. „Nein, Tante, die Mutter ist vor zwei Tagen gestorben. Sie hat die Stromleitung berührt, als die Elektriker arbeiteten.“

„Na gut, lasst die Tante gehen“, sagte ein Elternteil. „Ich helfe gerne“, erwiderte ich. „Haben die Kids nichts Besseres zu tun? Zeitverschwendung“, murmelte er beim Weggehen.

Die Enttäuschung in den Kindergesichtern war spürbar. „Wir versuchen es weiter“, ermutigte ich sie. Wieder leuchtete ich hinein – und siehe da, drei Kätzchen krochen heraus. Freudestrahlend holten die Kinder Milch und Kekse, die sie für die Tiere gespart hatten.

Ich lächelte und setzte meinen Spaziergang fort. Doch die Gleichgültigkeit der Erwachsenen nagte an mir. „Zeitverschwendung“ hallte nach.

Lehren wir unsere Kinder Empathie und Mitgefühl? Als Kinder tragen wir Unschuld, Ehrlichkeit und Herz in uns. Im Erwachsenwerden verlieren wir sie oft. Ist es so schwer, diese Werte zu bewahren?

In unserer Gesellschaft gilt Unschuld manchmal als naiv. Doch unsere Predigten bleiben leer, wenn wir nicht vorleben, was wir lehren. Lernen wir von Kindern – und machen wir die Welt empathischer.