Ein Poster vom Album der Backstreet BoysJedes Mädchen, das Ende der 80er geboren wurde, kennt Westlife, Backstreet Boys und NSYNC. Diese Boybands prägten nicht nur unsere Kindheit, sondern beeinflussten sogar lebenswichtige Entscheidungen – wie etwa, ob der ideale Partner ein Grübchen im Kinn haben sollte. Seien wir ehrlich: Das waren für uns die wirklich großen Fragen.
Während unsere Eltern dachten, wir würden fleißig Mathe- oder Geschichtsaufgaben machen, hingen wir mit dem Walkman am Ohr und ließen Tränen fließen zu Texten wie: "An leere Straße, ein leeres Haus, ein Loch in meinem Herzen, ich bin ganz allein, die Räume werden kleiner."
Sie verstanden uns Teenager der späten 80er wie kein Zweiter. Sie waren unsere besten Freunde, ihre Musik Balsam für gebrochene Seelen, ihre Stimmen süß wie Honig an einem heißen Sommertag.
Unsere Teenager-Probleme? Kleinigkeiten. Doch wir liebten das Drama – den Stich einer Mücke auf rauer Haut, den Geschmack von Vanilleeis im Winter. Diese Bands verstärkten diese Gefühle.
Beim millionsten Mal "I Want It That Way" der Backstreet Boys aus meiner Stereoanlage ignorierte ich das Hämmern meiner Mutter an der Tür. Ich entdeckte neue Schichten: Hatte Nick Carter eine Trennung durchgemacht? Sein perfekter blonder Schopf, dieses Grübchen – oh mein!
NSYNC konterte mit dem frechen "Bye Bye Bye" und dem ikonischen Video, in dem die Jungs wie Marionetten über Wände kletterten, Züge übersprangen. Dieser Song gab uns Mädchen einen Ego-Boost: Wir waren keine Spielbälle mehr.
So wurden verdrießliche Teens zu rebellischen Coolness-Ikonen. Parallel gründete sich Linkin Park – und einige von uns tauschten Boyband-Hits gegen Chester Benningtons rauen Schmerz, Piercings und Tattoos aus. Eine tödliche Mischung aus Herzschmerz und Rebellion!
Die Geräusche aus meinem Zimmer wurden lauter, das Klopfen an der Tür drängender. Ich wuchs auf: Britische und amerikanische Idole machten Posters von Slipknot, Metallica und Linkin Park Platz.
Doch ich gebe zu: Ab und zu kehrte ich zu "Seasons in the Sun" oder "Backstreet's Back" zurück. Selbst Rebellen brauchen Trostmusik – wie Gaajar Halwa nach schwerem Essen.
Vielen Dank, Westlife, Backstreet Boys und NSYNC, für unvergessliche Erinnerungen. Ihr habt Leben nachhaltig geprägt. Bei einem Reunion-Konzert erwarten euch Frauen in den Dreißigern mit Babys und Ehemännern – wahrscheinlich wegen euch geheiratet. Verbeugung!
—Von Gayatri Bhadran