Geschrieben von Noor Tabassum Eines Morgens betrat ich meinen Lieblingskleinen Laden – ich bevorzuge das Einkaufen dort gegenüber großen Malls, vor allem wegen des Feilschens. Auf dem Weg zu meinem Auto bemerkte ich ein Mädchen, das mir folgte. Sie trug zerfetzte Kleidung, ihr Haar war zerzaust, und sie wirkte ausgehungert. Ich ignorierte sie zunächst.
Sie bettelte nicht, folgte mir nur schweigend bis zum Auto. Wütend drehte ich mich um und fragte, was sie wolle. Ängstlich wich sie zurück, ihre Augen voller Tränen. Mitleid überkam mich. Ich rief sie zurück, bot ihr Geld an – doch sie lehnte ab. Stattdessen bat sie zitternd um einen Job, bereit, als Haushaltshilfe zu arbeiten. Als Fremde zögerte ich, doch sie flehte: Nehmen Sie mich probeweise, und wenn ich nicht zuverlässig bin, schicken Sie mich weg.
Ihre Aufrichtigkeit rührte mich. Ich nahm sie mit nach Hause, ließ sie baden, gab ihr Essen und hörte ihre Geschichte. Aus einer armen Familie stammend, war sie das einzige Kind, verwöhnt von ihren Eltern. Der Vater, einziger Ernährer, erkrankte schwer an Leberzirrhose und benötigte eine teure Transplantation. Die Familie war ratlos.
Da erhielt die Mutter ein Angebot: Die Hausfrau, für die sie arbeitete, wollte kein Kind austragen, um ihre Figur zu erhalten, bot aber Geld für eine Leihmutterschaft. Neeta, so hieß das Mädchen, stimmte zu, um den Vater zu retten. Der Eingriff am Vater wurde bezahlt, doch er starb einen Monat später. Die Elitefamilie verschwieg es Neeta, um das Baby nicht zu gefährden. Die Mutter erlitt einen Herzinfarkt.
Nach der Geburt eines gesunden Jungen stillte Neeta 15 Tage, dann schickten sie sie heim – ohne Geschenke, das Geld war für den Vater aufgebraucht. Zu Hause fand sie Leere: Eltern tot, Haus räumungspflichtig. Nachbarn beschimpften sie als entjungfert, als Kindermörderin. Verzweifelt wollte sie ihr Baby sehen, wurde aber beschämt vertrieben. Ausgestoßen aus dem Slum landete sie auf der Straße.
Sie fragte: Habe ich kein Recht auf mein Kind? Bin ich kein Mensch mit Emotionen? Wie Maria eine jungfräuliche Mutter – warum der Hass? Jetzt heiratet niemand sie mehr. Als sie mich sah, hoffte sie auf Hilfe.
Ihre Worte erschütterten mich. In unserer Gesellschaft werden Frauen verehrt und verurteilt. Armut und Hilflosigkeit treiben zu extremen Schritten. Geld scheint oft stärker als Gefühle. Wir müssen Aufklärung fördern und gleiche Rechte schaffen.