Geschrieben von Sripriya Satish"Amma, welchen pattu pavadai (Seidenrock) soll ich heute tragen? Den mit dem breiten Zeri-Rand oder den schmaleren? Welchen Zopfstil? Welchen thodu (Ohrstecker)? Den großen Jimiki?" So bombardierte ich als Kind meine Mutter neun Tage lang mit Fragen während der Navarathri-Feierlichkeiten, um mich für die abendlichen Rituale herauszuputzen. Das Wort "Navarathri" weckte pure Freude in uns Kindern. Lassen Sie mich Sie in diese magischen Tage entführen.
Ich sehe mich noch, wie ich mich traditionell kostümiert mit meinen drei Cousins durch die Nachbarschaft zog, um alle zu unserem Golu einzuladen – der kunstvollen Puppenpyramide in unserem Haus. Es gab Wettbewerb: Wer besuchte die meisten Häuser? Mit meinem Körbchen schwor ich, nicht heimzukehren, bis es mit Sonnenblumensamen (Sundal) überquoll. Heimlich zählte ich die Stufen der Golu-Anordnungen und jubelte innerlich, wenn unsere schöner war. Daneben bauten wir Miniaturparks mit echten Pflänzchen. Wir sangen selbstbewusst Tala vor den göttlichen Figuren – laut, ohne Shruthi – und wurden mit Sundal-Paketen belohnt. Zu Hause sortierten wir die Ernte bei der Familienrunde: Welches Haus gab die besten? Mein Vater klopfte mir stolz auf die Schulter, kaute Linsen und sagte: "Das ist mein Mädchen!" Ich strahlte übers ganze Gesicht.
Heute fragt meine Tochter an Halloween: "Amma, welches Kostüm? Teufel, Monster oder Engel?" Ich schlage das Engelskostüm vor – "Du wirst süß darin aussehen." Doch sie will gruselig sein: "Ich bin der Furchterregendste!" Schweren Herzens sehe ich zu, wie sie ihr Gesicht bemalt. "Mama, bin ich gruselig?" Ich nicke tapfer. Mit Körbchen zieht sie los: "Ich komm zurück, wenn es voller Pralinen ist!" Bald stürmt eine Horde teuflischer Freunde herein, ruft "Happy Halloween!" und fragt: "Tante, wer ist der Gruseligste?" Ich stottere, sie kichern und verschwinden. Spät kehrt sie triumphierend heim. Beim Familien-Tasting klopft mein Mann ihr auf den Rücken: "Das ist mein Mädchen, die Gruseligste!" Sie grinst breit.
Bei Navarathri lade ich sie ein, sich schick zu machen und Nachbarn zum Golu zu holen. "Mama, wie langweilig! Geh du!" – vertieft in ihr Horror-Buch. Die Zeiten ändern sich, doch die kindliche Begeisterung bleibt.
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