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Trauer nach dem Verlust meiner Frau an Krebs: Wie aktuelle Nachrichten alte Wunden aufreißen

Trauer nach dem Verlust meiner Frau an Krebs: Wie aktuelle Nachrichten alte Wunden aufreißen Frage: Hallo! Ich bin ein Mann Mitte 60 und habe kürzlich meine Frau verloren. Vor zwei Jahren wurde bei ihr Krebs diagnostiziert. Nach einem mutigen Kampf hat sie der Krankheit erlegen. Monatelang quälte mich der Verlust. Immer wieder erlebe ich in Gedanken ihre Schmerzen, ihr Leiden und ihre Verzweiflung. Es gab Zeiten, in denen ich zu Gott betete, sie von ihren Qualen zu erlösen, weil es unerträglich war, sie leiden zu sehen. Nach ihrem Tod wünschte ich mir, ebenfalls gestorben zu sein. Jemanden nach Jahrzehnten des Zusammenlebens zu verlieren, ist unvorstellbar schwer. Wir planten sogar unser 30-jähriges Hochzeitjubiläum für diesen August. Es dauerte Monate, bis ich ihren Tod akzeptieren konnte. Doch jüngste Nachrichten über Todesfälle – besonders durch Krebs – haben die Erinnerungen an ihren Kampf wieder wachgerufen. Es verfolgt mich erneut. Was kann ich tun? Bitte geben Sie mir Tipps, um das zu überwinden. – Anonym

Antwort von Dr. Kedar Tilwe, Facharzt für Psychiatrie und Sexologie am Fortis Hospital, Mulund: Sehr geehrter Herr, Ihr Schmerz berührt mich tief. Der Verlust eines geliebten Menschen ist immer eine enorme Herausforderung. Trauer ist ein natürlicher, individueller Prozess, der durch Wellen von Traurigkeit, Einsamkeit, Sehnsucht oder plötzliche Weinanfälle geprägt sein kann – oft ausgelöst durch Stimmen, Gerüche oder Erinnerungen.

In der Regel lässt die Intensität nach, wenn man sich an ein Leben ohne den Partner anpasst. Es gibt keinen festen Zeitplan oder "richtigen" Weg zu trauern – es ist ein heilender Anpassungsprozess. Bleiben Symptome jedoch länger als zwei Jahre bestehen, empfehle ich dringend, einen Psychiater oder Therapeuten aufzusuchen.

Aktuelle Ereignisse wie Lockdowns können Isolation verstärken, Ängste schüren und Grübeleien fördern. Auslöser wie Jahrestage, Geburtstage oder Krebsnachrichten können das Trauma reaktivieren.

Helfen kann es, Sinn im Leben zu finden: Sprechen Sie mit Familie über schöne Erinnerungen, lernen Sie ein neues Hobby oder eine Fertigkeit. Suchen Sie eine Selbsthilfegruppe oder professionelle Beratung – das schafft oft neue Perspektiven und Kontrolle über intrusive Gedanken.

Dr. Kedar Tilwe, Psychiater und Sexologe, Fortis Hospital, Mulund

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