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Kinder und Eltern gegen zweite Ehe: Experten-Tipps von Psychiater Dr. Kedar Tilwe

Kinder und Eltern gegen zweite Ehe: Experten-Tipps von Psychiater Dr. Kedar TilweRepräsentatives Bild

Frage: Hallo! Ich bin eine 40-jährige geschiedene Mutter von zwei schulpflichtigen Kindern. Meine erste Ehe mit meinem Ex-Mann war hochtoxisch. Die Kinder haben unsere Kämpfe miterlebt, sogar Momente, in denen er mich geschlagen hat. Der Sorgerechtsstreit während der Scheidung war lang und belastend. Sie haben in jungen Jahren viel durchgemacht.

Jetzt hat sich mein Leben verändert: Seit zwei Jahren bin ich mit einem Kollegen zusammen, der vier Jahre jünger ist und in einer Junior-Position in meinem Büro arbeitet. Kürzlich hat er mir einen Heiratsantrag gemacht – er ist 36 und seine Eltern drängen ihn ebenfalls zur Heirat. Als ich meinen Eltern davon erzählte, reagierten sie ablehnend. Sie befürchten, er nutze meine hohe Position in der Firma aus, und sehen Parallelen zu meiner ersten Liebesheirat. Sie stimmen der Ehe nie zu.

Meine Kinder sind am Boden zerstört. Meine Teenager-Tochter spricht nicht mehr mit mir und droht, auszuziehen, falls ich heirate. Mein Sohn hat Angst und fragte kürzlich: 'Was, wenn er wie Papa wird?' Ich weiß nicht, wie ich Eltern und Kinder überzeugen soll. Ich liebe ihn und möchte neu durchstarten. Was raten Sie mir? Dringend Hilfe nötig!
– Anonym

Antwort von Dr. Kedar Tilwe:
Liebe Leserin,

wie jede Beziehung basiert auch die Ehe auf Vertrauen. Nach zwei Jahren kennen Sie Ihren Partner gut genug, um von Ihrer gemeinsamen Liebe und dem notwendigen Vertrauen für eine dauerhafte Partnerschaft überzeugt zu sein. Halten Sie daran fest.

Ihre Familie meint es gut mit Ihnen und sorgt sich zurecht. Holen Sie Ihren Partner mit ins Boot, um sie zu überzeugen. Sie müssen ihn so wahrnehmen wie Sie. Ein offenes Gespräch zu dritt oder zu viert kann helfen: Klären Sie seine Absichten und sein Engagement, hören Sie spezifische Bedenken und adressieren Sie diese einzeln.

Sie erwähnten die schwierige Scheidung und den Sorgerechtskampf, an dem Ihre Kinder beteiligt waren. Kinder brauchen neben Liebe und Fürsorge vor allem Sicherheit von ihren Eltern. Eine Wiederverheiratung kann Unsicherheit, Verwirrung oder Ängste auslösen – bei manchen führt das zu Rebellion, bei anderen zu Rückzug. Gehen Sie das sensibel an.

Führen Sie Einzelgespräche mit jedem Kind: Versichern Sie Ihre bedingungslose Liebe und ihre feste Stelle in Ihrem Leben. Beantworten Sie alle Fragen offen und laden Sie zu jeder Zeit ein, Zweifel anzusprechen. Stellen Sie Ihren Partner schrittweise vor – erst unter Ihrer Aufsicht –, damit sie eine eigene Bindung aufbauen können. Geben Sie Zeit und Raum. Bei Bedarf ziehen Sie einen Familientherapeuten hinzu für sicheren Raum und professionelle Begleitung.

Dr. Kedar Tilwe, Facharzt für Psychiatrie und Sexualmedizin, Fortis Hospital, Mulund

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