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Online-Dating sicher genießen: Explizite Einwilligung beim Teilen intimer Bilder ist essenziell

Das Teilen von Nacktbildern und flirtenden Nachrichten kann beim Online-Dating spannend sein – aber nur, wenn es mit gegenseitiger Zustimmung geschieht.

Ein positives Ja einzuholen, ist entscheidend, damit alle Beteiligten eine gute Erfahrung machen.

Leider missverstehen viele das Konzept der Einwilligung.

Aktuelle Daten des Australian Institute of Criminology zeigen: Drei von vier Befragten waren in den letzten fünf Jahren Opfer sexueller Gewalt über Dating-Apps.

Am häufigsten traten sexuelle Belästigungen auf, wie wiederholte Nachrichten trotz Desinteresse oder ungewollte sexuelle Bilder.

Betroffen waren vor allem Frauen und Mitglieder der LGBTQIA+-Community.

"Gespräche über Einwilligung sind nur die Spitze des Eisbergs bei der Bekämpfung sexueller Gewalt online und offline", erklärt Emily Maguire, CEO von Respect Victoria. Es sei jedoch entscheidend, sie richtig umzusetzen.

"Viele nutzen Apps zum Flirten – toll, um Barrieren abzubauen. Aber ohne nonverbale Signale entstehen leicht Missverständnisse", sagt Maguire.

Die Sexologin und Beziehungsberaterin Kasandra Mourikis betont: Einwilligung ist eine kollaborative Praxis, die auf Lust, Verbindung und Sicherheit abzielt.

"Sie schafft ein Gefühl von Präsenz und Respekt im digitalen Raum", ergänzt Mourikis.

Wann Einwilligung einholen? Immer!

Die klare Antwort unserer Expertinnen: Bei jeder Interaktion.

"Jede Online- oder persönliche Begegnung braucht Einwilligung – sie ist kontinuierlich und Teil jedes Gesprächs", sagt Mourikis.

Beispiele: Welche Infos teilt jemand gerne? Welche Themen sind okay? Interesse an einem Treffen? Bilder senden?

"Es geht um Check-ins: Ist die Person engagiert, fühlt sie sich wohl? Was braucht sie dafür?", rät Mourikis.

Auch Selbstreflexion ist key: "Fühlt sich das gut an? Will ich weitermachen?" – Viele lernen leider, innere Signale zu ignorieren.

Häufige Fehler bei der Einwilligung

Oft wird Einwilligung mit bloßer Erlaubnis verwechselt, warnt Mourikis.

"Ein 'Ja' ist nur der Start: Wie soll es ablaufen? Was fühlt sich gut an? Gibt es No-Gos?"

Machtungleichgewichte werden übersehen – sie anzusprechen hilft.

"Nennen Sie es: 'Mir fällt es schwer, nein zu sagen, weil ich Angst vor Wut habe. So können Sie es leichter machen.'"

Achtung vor Bestätigungsverzerrung: Ein Nicken im Videochat ist kein klares Ja.

"Es könnte Nervosität sein – viele erleben Eskalationen, weil Unbehagen ignoriert wird", erklärt Mourikis.

Maguire: Viele scheuen Einwilligungsfragen, weil sie "uncool" wirken.

"Offline würde niemand den Penis zücken. Online schon. Fragen Sie: 'Darf ich ein sexy Foto schicken?' – Erwartungen klären sich so."

Wenn fragen peinlich ist, lassen Sie es.

Annahmen über Geschlechterrollen führen zu Grenzüberschreitungen in unserer sexualisierten Welt.

Praktische Tipps für positive Einwilligung

Langsam eskalieren, mit sanften Flirts starten, rät Maguire.

Neugier fördert sichere Dialoge: "Was turnt dich an?"

Mourikis: Offene Fragen ohne Druck: "Wie fühlst du dich dabei, mir ein sexy Foto zu schicken?" oder "Bist du okay mit Nacktbildern?"

Entlasten Sie von Sexy-Druck – Medien und Normen verzerren Vorstellungen.

Einwilligung ist ongoing: Suchen Sie stets Begeisterungssignale.