Die Handtücher lagen immer auf dem Schminktisch statt im Badezimmerregal. Das hat mich wahnsinnig gemacht. Ich bin jemand, der alles seinen Platz haben möchte – einen Ort für alles und alles an seinem Ort. Sie schien das einfach nicht zu kapieren. Dieses ewige Aufschieben, das Haus in ein ordentliches Zuhause zu verwandeln, hat mich genervt. Wenn ich abends von der Arbeit kam, sah es aus wie nach einem Erdbeben. Ich räumte alles auf und schuf wieder Ordnung. Meine Erwartungen an Bebe, meine Schwiegermutter, wurden ständig enttäuscht.Doch dann traf mich die Erkenntnis wie ein Blitz. Vielleicht übersah ich die unzähligen Dinge, die sie für mich tat. Meine Kinder waren wie ihre eigenen. Bebe tröstete sie, wenn sie weinten, brachte sie überallhin. Sie probierte neue Rezepte aus, um die Kleinen zum Essen zu bringen. Sie gab ihren Job auf, um sich um sie zu kümmern. Morgens stand sie vor mir auf, packte das Tiffin für die ganze Familie. Bei Besuchen bei Verwandten kam sie mit Geschenken für uns alle zurück. Den Krimskrams vom Markt, den ich brauchte, brachte sie einfach mit. Ich musste nie in die Küche, um zu kochen – sie gab mir die Wahl.
Meine Paar-Abende nach der Geburt der Kinder waren nur möglich, weil die Kinder bei ihr sicher waren. Viele Dinge, für die ich dankbar sein muss, gehen auf sie zurück. Eine Studie sagt, wir üben Dankbarkeit, indem wir uns vorstellen, Wichtiges zu verlieren und es zurückzubekommen. Bebe war ein echter Segen. Ich wollte sie umarmen, aber ich wusste, die Worte würden mir fehlen. Also schrieb ich einen Dankesbrief. Sie saß allein in ihrem Zimmer und schaute ihre Lieblingssendung über Kochen.
"Bebe, dein positiver Einfluss auf mein Leben ist so groß, dass Worte zu kurz greifen, was du mir bedeutest." Zuerst klang es steif, doch als ich weiterschrieb, floss es spontan. Ich teilte meine Reise seit der Heirat, die Kinder, den stressigen Job – und wie sie immer meine Hand hielt. Ich erinnerte an Zeiten, in denen ich am Boden war und sie mit Wärme und Zuneigung die Flamme in mir neu entzündete. Eine weitere Frau im Haus hatte mir einen Raum der Verständnis gegeben. Sie öffnete sich und erzählte aus ihrem Leben. Nach zehn gemeinsamen Jahren hatten wir nie so intim geredet? Mutter-Tochter, Freundinnen, Schwestern – was auch immer, an diesem Tag veränderte sich etwas. Diese Verwandlung hält bis heute an.
Seitdem ist unser Leben glücklicher. Glück kam, als ich aufhörte, über vorhandene Probleme zu jammern, und dankbar wurde für die Probleme, die ich nicht hatte. Bebe ist jetzt der Star meines Dankbarkeitstagebuchs. Wir teilen unsere Gefühle offener. Sogar Unzufriedenheit besprechen wir direkt. Und ja, die Handtücher hängen jetzt im Badezimmerständer!
(Von Parul Ojha)