Eine tiefe, aber komplizierte Beziehung zu meiner Nichte hat mein Liebesleben nachhaltig geprägt und letztlich zerstört. Nach drei intensiven Jahren endete unsere Verbindung abrupt. In meinem Leben gab es Höhen und Tiefen, Wendungen und Herausforderungen – ich blieb stark. Doch diese Erfahrung hat mich tief getroffen.
Sie war atemberaubend: hellbraunes Haar, funkelnde Augen, pausbäckige Wangen, weiche, zuckerrote Lippen mit einem charmanten schiefen Zahn, ein scharfes Kinn und ein makelloser Hautton. Sie war der Stolz unserer südindischen Großfamilie. Am 1. Mai 2012 trat sie auf wundervolle Weise in mein Leben. Ich fühlte mich wie der glücklichste Mann der Welt, als hätte ich mein Traumgirl gefunden. Zunächst war es einseitige Liebe, da sie noch jung war, doch bald veränderte sich das.
Ich gab mich ihr vollkommen hin. Wahre Beziehungen beruhen für mich auf zwei unvollkommenen Menschen, die einander nicht aufgeben. Früher fuhr ich 11 Stunden stehend in nicht reservierten Zügen, nur um Zeit mit ihr zu verbringen. Sie umarmte mich, erfrischte mich und kuschelte mit mir, flüsterte: „Ich verlasse dich nie, du bist immer an erster Stelle.“ Wir schlichen uns in abgelegene Orte für leidenschaftliche Küsse.
Viele Familienmitglieder warnten vor unserer Nähe und potenziellen Problemen. Ich ignorierte es zugunsten unserer bedingungslosen Liebe. Wir telefonierten stundenlang, chatteten per Video. Sie war typisch: mal launisch, mal mürrisch, oft ambivalent. Täglich stritten wir – bei Wut auf andere schrie sie mich an. Ich ertrug alles schweigend aus Liebe.
Die meiste Zeit und mein Geld investierte ich in uns, damit sie das Beste bekam. 15-20 % meines Gehalts flossen in ihre Ausbildung, Kleidung, Gadgets. Sie bat nie explizit, doch ich half bei allem. Ihr Traum: Master in Modedesign in Paris. Ich versprach ihren Eltern, das zu ermöglichen. Im Oktober 2014 fand ich einen Job im Ausland und verließ alles für sie.
Ab Januar 2015 änderte sich alles. Statt von mir abhängig zu sein, griff sie zu schädlichen Drogen. Ihre Liebe erlosch, unsere Beziehung kippte. Sie mied mich, beschimpfte mich. Ihr Umfeld veränderte sich komplett – ich war schockiert.
„Rauchst du, bist du in meinem Kreis – mach einen Zug“, wurde ihr Motto. Nichts hielt sie mehr, nicht mal meine Liebe. Sie nannte meine Zuwendung materialistisch, unsere Beziehung klischeehaft. Ihre Studienleistungen brachen ein; ich wurde zur Vergangenheit.
Sie ging und nahm alles mit, was ich besaß. Mein größtes Bedauern: die falsche Wahl, mit der ich leben muss.
(Von Murali Krishna)