Als 18-jährige Studienanfängerin war der Besitz eines eigenen Zweirads ein unschlagbarer Nervenkitzel – nennen Sie es Gruppenzwang oder das Spiel, Gott zu spielen. Eine Harley Davidson blieb Traum meiner Eltern gegenüber taub. „Wie kannst du ihr ein Motorrad kaufen, wenn sie gerade mit dem College beginnt? Mir hast du die Yamaha erst im letzten Jahr gegönnt“, maulte mein Bruder. Glücklicherweise hörten meine Eltern auf meine Bitten.2005 galt ein Scooty Pep als ideale Wahl für ein junges Mädchen. Bevor mein erstes Semester endete, schenkten sie mir ein brandneues lila Modell, das mein Leben verändern sollte. Zunächst zögerten sie: 8,7 km von Sringar-Kolonie in Saidapet zum M.O.P. Vaishnav College in Nungambakkam, besonders in Stoßzeiten, mit einer unerfahrenen Fahrerin? Mein Vater saß zwei Monate hinter mir. Sobald er überzeugt war, dass ich niemanden gefährdete, durfte ich allein fahren (mein Scooty Pep war natürlich eine „sie“ – eine wunderschöne „sie“).
Die kleinen Pannen zählte ich nicht, verschwieg sie aber meinen Eltern aus Angst, das Fahren verboten zu bekommen. Eines Morgens rammte mich ein MTC-Bus von Chennai von hinten. Alles verschwamm: Wie in der Matrix flog mein Scooter weg, ich schlitterte mit Arm, Gesicht und Bein über den Asphalt. Nach Tränen und Hilfsbereitschaft Fremder landete ich im nahen staatlichen Krankenhaus. Ich sah noch die Sorge meiner Mutter, bevor sie ohnmächtig wurde. Erstes Wort beim Aufwachen: „Geht es ihr gut?“ – meinen Pep meinte ich.
In einer Woche saß ich wieder drauf (meine Eltern entsetzt). Professoren starrten auf meine Blessuren – Blutergüsse und Schnitte auf der rechten Seite. Ich fühlte mich als gute Fahrerin, doch Mitfahrer und Haushälterin widersprachen: „Fahr langsamer!“, „Pass auf!“, „Baby, zu schnell!“
Ich blieb passionierte Fahrerin. Die Freiheit, jederzeit loszufahren (bis 20 Uhr Chennai-Regel für Töchter), war berauschend.
2012 der Schock: Auf vertrauter Strecke luxierte Schulter, Nadel-OP, 2,5 Monate Bettruhe mit Pins, dann Physiotherapie. Schwimmen und Spaziergänge quälten – von Fitness-Ikone zu Frustriertem. Ich trennte mich vom Pep, dankte dem Helm, der mich rettete. Sieben Jahre später sehne ich lila Peps hinterher.
Harleys faszinieren, doch mein Herz gehört dem Pep. Ich vermisse Waschen, Ausweichen im Verkehr, spontane Strandtrips. Die Liebe einer Frau zu ihrer Maschine ist einzigartig.
Von Gayatri Bhadran