Als ich in einer 'sicheren' Kleinstadt begrapscht wurde (Repräsentatives Bild, mit freundlicher Genehmigung von Getty Images)Ich wohne direkt neben meinem Arbeitsplatz, nur eine Minute zu Fuß entfernt. Vor Kurzem bin ich in diese kleine Stadt gezogen. Sie hat mir nicht sofort gefallen, doch Arbeit geht vor.Seit meiner Ankunft betonen alle – Kollegen, Nachbarn – , wie sicher es hier sei.
Am ersten Arbeitstag trug ich wie immer meine übliche Kleidung, sprach und arbeitete normal. Doch am Abend fühlte ich mich unwohl. Frauen spüren das instinktiv.
Am zweiten Tag verzichtete ich auf Make-up, um mich besser einzufügen. Die neugierigen Blicke blieben.
Ab dem dritten Tag band ich die Haare zusammen. Nichts änderte sich. 'Der Ort ist sicher', hieß es. Also ignorierte ich die Starre.
Eines Abends verließ ich die Arbeit, kaufte Lebensmittel und ging heim. Die Gasse war dunkel, ein kalter Winterabend. Die Nachbarn saßen sicher zu Hause. Plötzlich fuhr ein Radfahrer vorbei, hielt an und wendete. Ein Mann mit Turban, Gesicht verhüllt – wegen der Kälte, dachte ich. Mit Einkäufen in beiden Händen trat ich zur Seite. Er wurde langsamer, seine Hand schoss vor, packte meine Brust und kniff fest zu. Ich schrie vor Schmerz und Schreck. Die Gasse blieb leer. Ich rannte ihm nach, um das Kennzeichen zu sehen, doch es war zu dunkel. Er entkam.
Zu Hause übermannten mich Wut, Hilflosigkeit und Entsetzen. In einer Kleinstadt könnte ich ihm morgen begegnen – der Gedanke ekelte mich. Tränen flossen endlos.
Am nächsten Morgen fuhren die Nachbarn in ihren Gärten, grüßten freundlich und schwärmten wieder von der Sicherheit. Gute Menschen inmitten von Monstern – vergesslich, stolz und glücklich.
(Von Roopali Rajput)