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Liebe entsteht nicht von allein – du musst sie wachsen lassen! Eine wahre Geschichte

Liebe entsteht nicht von allein – du musst sie wachsen lassen! Eine wahre Geschichte Repräsentatives Bild

Meine Freunde nannten mich immer den Bücherwurm. Und sie hatten recht: Mein Leben drehte sich um Bücher und die faszinierenden Geschichten darin. Kein Wunder, dass meine Vorstellungen von Leben, Liebe und Beziehungen von Romanhelden geprägt waren. Ich sehnte mich nach einem "Ritter in glänzender Rüstung" oder einem "großen, dunklen, gutaussehenden" Typen.

Dann trat Rahul in mein Leben. Er war Freund, Philosoph und Wegweiser in einem – der ruhige, bebrillte Junge. Schnell wurden wir unzertrennlich. Nach der Schule freuten wir uns riesig, als wir an derselben Hochschule landeten und später unser Ingenieurstudium am gleichen Institut absolvierten. Jobs in verschiedenen Städten trennten uns, doch der Kontakt riss nie ab.

Stellen Sie sich meine Überraschung vor: Eines Tages stand er unangemeldet vor meiner Tür – nach über 2.000 km Reise, um mir zum Geburtstag zu gratulieren und einen Antrag zu machen. Er gestand, seit Langem in mich verliebt zu sein, wagte es aber nie zu sagen. Als ich schockiert reagierte, fasste er sich und versprach, eine Absage zu akzeptieren.

"Ich weiß nicht, Rahul. Ich mag dich, aber Liebe ist etwas anderes. Das hier ist keine Liebe. So fühlt man sich nicht verliebt", sagte ich.

"Was ist denn Liebe?", fragte er.

"Ich weiß es nicht genau. Aber Liebe passiert einfach." In meinem Kopf spukten Bilder von Rhett Butler, Mr. Rochester und Heathcliff.

Getreu seinem Wort nahm er die Absage sportlich. Wir blieben Freunde. Ich erlebte Beziehungen, verliebte mich, trennte mich. Irgendwann verloren wir den Kontakt.

Zehn Jahre später trafen wir uns am Flughafen wieder. Sein jungenhaftes Grinsen und die dickere Brille waren unverkennbar. Wie alte Freunde standen wir da, erstarrt.

"Du hast dich nicht verändert", brach ich das Eis.

"Du schon", sagte er und blickte auf mein kurzes Haar. "Wie geht's dir?"

"Wie immer. Neue Versetzung, beruflich unterwegs." Ich verschwieg mein chaotisches Privatleben.

Er spürte mein Unbehagen: "Immer noch der Workaholic. Komm, lern meine Familie kennen." Er zeigte auf seine zierliche Frau Mitte dreißig und die kleine Tochter.

Ein Moment der Wahrheit: Wir lächelten. Auf dem Weg zu ihnen lernte ich die entscheidende Lektion: Liebe passiert nie – du musst sie schaffen!

In Rahuls Augen leuchtete die tiefe Liebe zu Frau und Tochter. Er hatte sie gewährt.

- Von R. K. Kashyap