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„Ich habe ein Jahrzehnt lang gehungert“: Die harte Realität hinter Schönheit und Modelkarriere

„Ich habe ein Jahrzehnt lang gehungert“: Die harte Realität hinter Schönheit und Modelkarriere Repräsentatives Bild

Wir alle haben „Notting Hill“ gesehen – ein Film, den niemand ablehnt. In einer ikonischen Szene konkurriert Julia Roberts um den letzten Brownie und enthüllt das Geheimnis ihres beneidenswerten Looks: „Seit ich 19 bin, diätiere ich täglich – das heißt, ich hungere seit einem Jahrzehnt. Dazu kamen gewalttätige Ex-Partner, gebrochene Herzen in den Boulevardblättern und zwei schmerzhafte Operationen, um so auszusehen.“ Die anderen starren sie fassungslos an.

Wir haben diese Szene Dutzende Male geschaut, doch Julia Roberts’ Worte wirken jedes Mal erschütternd authentisch.

„Glaubt ihr, das stimmt wirklich? Quälen sich Stars so, nur um perfekt auszusehen?“, fragte ein Freund. Wir waren zu fünft, alte Schulfreunde, Anfang 20, immer noch wie ein unzertrennliches Team – „hart wie Diebe“.

Während wir scherzhaft über das harte Leben von Schauspielerinnen und Models plauderten, wirkte einer trauriger als die anderen: Unsere Freundin Ruchika, die wir „Miss India“ nannten.

Das begann in der Achten, als Aishwarya Rai Miss World wurde. Jede Schülerin redete nur noch davon. Bei einem Aufsatz zum Thema „Mein Lebensziel“ träumte Ruchika statt von Medizin oder Ingenieurwesen vom Modeln – als Miss India. Die Lehrerin las es vor und riet zu realistischeren Zielen. Von da an neckten wir sie damit, doch ihre Entschlossenheit wuchs.

Sie veränderte sich radikal: Weg mit Sandwiches und Nudeln, stattdessen Gemüse und Protein. Nach der Schule ging sie aufs College, dann nach Mumbai in die Modelwelt.

Fünf Jahre später traf ich sie zufällig in einem Noida-Einkaufszentrum. Nun Management-Trainee in Delhi, erneuerten wir die Freundschaft. Unsere Gruppe wuchs.

„Es ist wahr“, sagte sie und zeigte ihre schilfdünnen Arme. „Ich habe ein Jahrzehnt lang gehungert, um Karriere zu machen und so auszusehen.“ Vor uns stand keine Spur mehr vom pummeligen Schulmädchen – stattdessen eine erschöpfte, kränkliche Frau.

Sie erzählte von ihrem Opfer: Alles für den Glanz der Krone aufgegeben, nie satt geworden, bis sie kapitulierte und in eine ungewollte Karriere floh.

An jenem Tag wurde mir klar: Welche Opfer bringen wir für den „letzten Brownie“ im Leben?

– R K Kashyap