Repräsentatives Bild.„Seit wann magst du gekochtes Gemüse?“, fragte mich meine aufmerksame Großmutter, als sie mein Zögern beim Hühnercurry bemerkte und mir eine Extraportion holte.
In unserer siebenköpfigen Familie – Eltern, Großeltern, ich, meine Schwester und unser Hund – war Gemüse zum Mittagessen nie beliebt, besonders nicht bei meiner quirligen kleinen Schwester. Als Jüngste war sie die Kühnste und brachte immer Leben in die Bude. Ihre Vorliebe für gutes Essen war legendär.
Der Schock kam, als bei der 8-Jährigen Gelbsucht diagnostiziert wurde. Das fröhliche Mädchen verwandelte sich in ein weinendes Kind. Ihr Zustand verschlechterte sich rapide, sie lag wochenlang bettlägerig. Der Arzt riet zu simpler Ernährung: fettarm, vegetarisch, mit gekochtem Dal, Gemüse und Früchten als Snacks.
Sie verlor ihren Appetit, das pummelige Mädchen schrumpfte auf Haut und Knochen. Ihre Ernährung war ihr Schwachpunkt – wir waren ratlos.
Da änderten wir alle unsere Gewohnheiten. Großeltern verzichteten auf Desserts, Vater auf Fischcurry, ich auf nicht-vegetarische Gerichte. Plötzlich genossen wir magere Mahlzeiten aus Dal, Reis und Gemüse – oilfrei gekocht. Wir waren glücklich dabei, und diese Freude steckte ab.
Sie interessierte sich wieder fürs Essen, das Geplänkel am Tisch kehrte zurück. Wir aßen dasselbe wie sie. Tage wurden Wochen, Wochen Monate. Langsam erholte sie sich, der Arzt erlaubte normale Kost.
Es war hart, doch es lehrte uns: Eine Familie, die zusammen isst, bleibt zusammen – und heilt zusammen!
— R K Kashyap