Repräsentatives BildAls passionierte Köchin und erfahrene Hausfrau erhielt ich kürzlich eine ungewöhnliche Bitte von meiner Zofe.
Ich bereitete gerade Nudeln mit weißer Soße vor, als mein neugieriges Dienstmädchen fragte, was das sei. Ich winkte ab und versprach, es ihr einmal zuzubereiten – doch jetzt musste ich erst die Lunchbox meines Mannes packen, da er spät aus dem Büro kam. Schnell sautierte ich Gemüse, ergänzte ein paar Würstchen, zählte leise die Kalorien und hoffte, dass das Protein die Kohlenhydrate der Nudeln ausgleicht.
Überrascht sah ich meine Zofe noch in der Küche, während ich die Box schloss. Normalerweise erledigt sie ihre Aufgaben im Nu. Als mein Mann ging, kam sie besorgt auf mich zu.
„Was ist los?“, fragte ich.
„Madamji, würden Sie ein ‚schickes‘ Gericht für das Tiffin meines Kindes kochen?“
„Schick?“, fragte ich verblüfft, ahnend, was sie meinte.
„Pasta-Shashta mit buntem Gemüse“, sagte sie und zeigte auf den Beutel mit Zucchini, Brokkoli und Paprika.
„Ja, klar. Hat sie Geburtstag?“ – Ich wusste, den hatte sie erst vor Monaten gefeiert.
Sie wirkte verlegen: „Ihre Klassenkameraden bringen immer so tolle Essen mit, wie Sie es für Bhaiyya tun. Meine einfachen Gerichte isst sie kaum. Gestern bat sie um etwas Leckeres, das sie teilen kann.“
Die Stille danach war beredt. Ihre Tochter besucht eine Elite-Schule über die EWS-Quoten für wirtschaftlich Benachteiligte. Ich verstand das Dilemma der Mutter und des Kindes nur zu gut.
Ohne weitere Fragen machte ich mich ans Werk und kochte die beste Pasta meines Lebens.
- Von R. K. Kashyap