Repräsentatives Bild
Kürzlich, beim Durchstöbern der Instagram-Profile von Prominenten, fiel mir etwas auf, das mich diese Frage stellen ließ: Fühlen sich Schwiegertöchter von der leiblichen Tochter der Familie überschattet?
Bei allem Respekt vor dem Superstar (sorry, ich nenne ihn nicht – nennen wir ihn Mr. B.), dreht sich sein Instagram-Account hauptsächlich um seine Familie. Bilder seiner Schwiegertochter, einer ehemaligen Schönheitskönigin und bekannten Schauspielerin, fehlen jedoch fast vollständig. Seine Posts sind visuelle Highlights aus Arbeit, Familie und Hobbys – mit vielen Fotos von Frau, Sohn, Tochter und Enkelkindern. Als stolzer Großvater teilt er das gerne. Die Schwiegertochter kommt darin kaum vor.
Gründe dafür könnten viele sein: Sie ist selbst eine Berühmtheit, hat vielleicht wenig Zeit für Familienfotos oder es gibt Datenschutzbedenken. Für jemanden wie mich weckt das dennoch Neugier.
Ich kenne das Gefühl aus eigener Erfahrung. Kurz nach meiner Hochzeit fühlte ich mich wie eine Außenseiterin. Während die Familie Witze austauschte und plauderte, saß ich abseits. Niemand erklärte mir die Dynamik, niemand ließ mich mich willkommen fühlen.
Die Frauen des Hauses zogen sich oft zusammen, redeten über Bekannte, die ich nicht kannte. Sie waren nie unhöflich, aber auch nicht herzlich.
Mit der Zeit besserte sich das. Dennoch spüre ich bei Familienfeiern oft Isolation. Die Töchter haben immer Mitspracherecht – die Küche wird nach ihren Vorlieben umgestellt, Feste nach ihrem Geschmack geplant. Sie kehrt heim, als wäre sie nie weg gewesen, während ich mich mühe, dazuzugehören.
Immer wieder wird mir klar: Ich bin die Schwiegertochter, keine leibliche Tochter. Egal, wie sehr ich mich anstrenge, ändert das ihre Sicht nicht.
Durchlebt Mr. B.s Schwiegertochter dasselbe? Oder irre ich mich? Geht es anderen Frauen ähnlich?
– Von R.K. Kashyap