Repräsentatives Bild
Es war während meiner Studienzeit. Als Mitglied des Musikflügels im Kunst- und Kulturverein unserer Hochschule fühlte ich mich geehrt, Teil dieser kreativen Community zu sein. Im ersten Jahr wurden wir von erfahrenen Senioren betreut, die uns durch das Studium führten. Neben dem Musikflügel gab es den Schauspiel- und Tanzflügel – ein bunter Mix aus Studierenden unterschiedlicher Semester und Professoren.
Nach herausragenden Leistungen des gesamten Vereins – inklusive Auszeichnungen für alle Flügel – wurde ein eintägiges Picknick als Belohnung organisiert. Der Ort: Sonah Lake in Gurgaon (heute Gurugram), damals noch weitgehend unbebaut und wild.
Wir trafen uns am College, stiegen in den Bus und fuhren los. Die Fahrt war voller Vorfreude: Antakshari-Spiele, lautes Lachen und Klatschen. Nach zwei Stunden erreichten wir den idyllischen Garten am See. Nach dem Frühstück im Kreis erkundeten wir die Umgebung in Gruppen, spielten Paketweitergabe, Scharaden und lauschten den Senioren-Geschichten.
Wie eine große Familie feierten wir. Ich verband mich schnell mit meiner Schulseisterin Mahalakshmi (Lakshmi), unserem Star-Gitarristen Himanshu Bhaiya, Hanish, Sumit und Preeth. Nach dem Mittagessen, das uns schwer im Magen lag, spazierten wir weiter – vertieft in Gespräche und Witze.
Plötzlich befanden wir uns allein auf der anderen Seeseite: Kahles, trockenes Gelände ohne Wasser. Ein lebloser Baum, verstreute Tier- und Menschenskelette – pure Panik ergriff uns. Senioren fühlten sich verantwortlich, wir alle starrten in entsetzte Gesichter. Die grüne Seite des Sees war nah, doch wir waren isoliert.
Wir riefen um Hilfe, winkten Freunden zu – vergeblich. Die Dämmerung brach ein, der Bus wartete. Schlimmste Szenarien gaukelten uns vor: Raubtiere, giftige Schlangen. Würden sie ohne uns fahren?
Auf der anderen Seite zählten sie Köpfe und merkten: Fünf fehlen. Suchtrupps bildeten sich. Senior Sumit entdeckte uns, rief zurück. Ein Bootsmann ruderte herbei. Jede Sekunde dehnte sich zur Ewigkeit.
Im Boot fragte er: "Aap wahan pohonche kaise aur kya karne gaye the wahan." (Wie seid ihr dorthin gekommen? Was wolltet ihr dort?) Wir waren sprachlos. Er warnte: In der Nähe lauert ein Tigerwald mit Menschenfressern. Einheimische meiden diesen Bereich bei Nacht.
Sicher ans Ufer gebracht, umarmten uns die anderen besorgt. Professoren mahnten streng, wir entschuldigten uns. Im Bus dankten wir Gott und Sumit. Der Vorfall war wochenlang Gesprächsthema.
Heute lache ich manchmal darüber, doch es lehrt: Leben ist Abenteuer – lebt es voll aus.
Von Divya Venkateswaran