Repräsentatives BildEs war ein hektischer Samstagmorgen. Mein Sohn besuchte eine Konferenz, sodass ich früher als üblich auf den Beinen war. Ganesh Chaturthi stand bevor, und ich hatte viel vor: Kochen, Vorbereitungen und der Transport unseres Ganpati-Idols nach Hause. Nach dem Frühstück bereitete ich Idli- und Dosa-Teig für den nächsten Tag vor.
Ich wollte gerade die Zeitung zur Seite legen – eine seltene Gelegenheit an einem Wochentag –, als mein Telefon klingelte. Es war meine Tante aus dem 5. Stock desselben Hauses. Sie hatte meine Schwiegermutter zweimal angerufen, ohne Antwort. Ich reichte ihr das Telefon weiter.
Während des Gesprächs rief meine Schwiegermutter plötzlich: „Die Enkelin?“ Mein Mann und ich erstarrten. Unser Herz raste vor Sorge. Von wessen Enkelin sprach sie?
Es ging um Rajamma Mamis Enkelin Bhavani. Wir waren fassungslos. Rajamma Mami, eine starke Persönlichkeit, die viele bewunderten, lebte mit Sohn, Schwiegertochter und Bhavani, ihrem einzigen Kind. Bhavani hatte vor zwei Jahren ihre erste Stelle angetreten. Ich traf sie gelegentlich auf dem Markt nach Feierabend. Wir wechselten wenige Worte, aber ihr Lächeln war immer herzlich. Nun war sie für immer fort – ein herzzerreißender Verlust.
Bhavani, ein schüchternes, zurückhaltendes Mädchen aus einer tamilisch-brahmanischen Mittelklassefamilie, half immer ihrer Mutter. Ihr leises Lächeln und ihre Bescheidenheit sind unvergesslich. Krebs hatte sie geholt, doch sie war eine echte Kämpferin. Vor einem Jahr schien sie geheilt. Ich hatte sie seither nicht mehr gesehen. Sie plante ihre Rückkehr ins Büro nach einer Erholungspause. Leider kam ein Rückfall, und diesmal blieb keine Zeit zum Kämpfen. Ihre Geschichte hat mich gelehrt, sie als mutige Frau zu sehen, die akzeptierte, was unabwendbar war.
Im Leben kreuzen sich unsere Wege mit vielen Menschen: Manche werden enge Freunde, andere inspirieren uns – und einige bleiben ewig in unseren Herzen.
Von Divya Venkateswaran