DeuAq.com >> Leben >  >> Familie

Bruch mit der Routine: Ein Morgen in der Corona-Pandemie

Bruch mit der Routine: Ein Morgen in der Corona-Pandemie Repräsentatives Bild

Heute bin ich nach langer Zeit wieder früh aufgewacht – subjektiv um 8 Uhr für mich. Dieser Morgen fühlte sich anders an: Ich wurde vom Krächzen einer Krähe geweckt. Verwirrt wollte ich mir fast die verschlafenen Augen reiben, als ein innerer Warnruf ertönte: „Nicht die Hände ans Gesicht legen, das könnte den Virus verbreiten!“ Statt zur Zahnpasta griff ich zum Handdesinfektionsmittel. Die Welt hat sich verändert, und unser Unterbewusstsein passt sich langsam an.

Ich brühte mir eine Tasse schwarzen Tee und trat auf den Balkon. Nur das Krähen der Vögel war zu hören – nun gesellten sich drei weitere Krähen dazu. Die Straßen lagen still da, wie ein erstarrtes Bild.

Ich überlegte, was anstand: Wäsche erledigt, Serien geschaut, Haus geputzt, Reste im Kühlschrank. Kaum Hausarbeit. Also schaltete ich Nachrichten ein, um die aktuellen Zahlen zu prüfen. Seufz! Die Medien überschütten uns mit Meinungen, Prognosen und Spekulationen.

Ich schaltete ab und schaute in mein kleines Bücherregal. Dort entdeckte ich vergessene, unberührte Bücher. In der Hektik des Wochenendes – Ausgehen, Treffen, Feiern – hatte ich das Lesen vernachlässigt. Jetzt ist die Chance, es nachzuholen.

Es ist Zeit, zu unserer inneren Quelle von Erholung und Motivation zurückzukehren. Soziales Leben ist bereichernd, doch nur in der Stille reflektieren wir uns selbst. Die Pandemie trennt uns von Ablenkungen und lädt ein, die Beziehung zu uns selbst neu aufzubauen.

Die Natur nutzt diese Pause ebenfalls, um ihr Gleichgewicht wiederherzustellen, das wir gestört haben. Vielleicht befindet sie sich jetzt in bester Balance, während wir ringen.

"Zeit ist Geld" – gilt das noch? Die Büchse der Pandora ist geöffnet; nun hoffen wir auf Erkenntnis. Unsere Angriffe auf die Natur waren falsch. Die Dinge sind anders, doch sie harren einer neuen Schönheit – einer, in der wir das Leben mehr schätzen.

Die Krähen krächzten erneut, doch es störte weniger. Bald gewöhnen wir uns an die neue Routine, getrieben von Unsicherheit, doch unbeirrt von unseren Leidenschaften. Wir hoffen auf das Ende dieser Pandemie.

— Von Joonak Konwar