Frage: Ich habe kürzlich geheiratet und lebe mit meinem Mann und seinem jüngeren Bruder zusammen. Er ist arbeitslos, und ich behandle ihn wie meinen eigenen Bruder. Doch in letzter Zeit spüre ich, dass er sich zu mir hingezogen fühlt. Als wir einmal im selben Bett schliefen, berührte er mich an unpassenden Stellen. Er starrt mich anhaltend an und begleitet mich überallhin, sogar zum Markt. Wie soll ich das meinem Mann mitteilen? Wir sind frisch verheiratet, unsere Beziehung ist noch nicht gefestigt – wird er mir glauben? – AnonymAntwort von Nayamat Bawa, Chefpsychologin der IWill Therapy App von EpsyClinic:
Zunächst herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Hochzeit! Diese Phase ist entscheidend, um Ihr gegenseitiges Verständnis und Vertrauen aufzubauen.
Ich kann Ihr Unbehagen in der Präsenz Ihres Schwagers gut nachvollziehen. Die ständige Bedrohung, verstärkt durch seine Arbeitslosigkeit, ist belastend. Dennoch sind Sie die Einzige, die für sich eintreten kann.
Setzen Sie klare Grenzen. Sprechen Sie Ihre Bedenken laut und bestimmt an. Wenn er mit zum Markt will, sagen Sie klar: „Ich gehe allein, das ist mir lieber.“ Wenn er sich ungewollt nähert, machen Sie deutlich: „Das ist nicht in Ordnung!“ Je selbstbewusster Sie auftreten desto weniger Raum geben Sie ihm.
Ihre Sicherheit hat oberste Priorität. Ignorieren Sie Avancen nicht – das bestärkt ihn nur. Vermeiden Sie Alleinsein mit ihm und halten Sie eine Notfallnummer bereit.
Bezüglich Ihres Mannes: Teilen Sie ihm Ihr Unbehagen mit, ohne Vorwñrfe. Sagen Sie sachlich: „Ich fühle mich unwohl.“ Frischverheirateten sind schwere Vorwürfe sensibel, aber Offenheit ist essenziell.
Alles Gute! Sammeln Sie Mut – das ist nicht Ihre Schuld. Sie müssen sich nie schuldig fühlen.
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