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Wie lange kann ein Mensch den Atem anhalten? Weltrekorde, Physiologie und Grenzen

Als erfahrener Elternteil stelle ich mir oft unerwartete Fragen: Wie lange kann jemand nur mit Rosinen überleben? Wie ist Joghurt an die Decke gekommen? Eines Nachts, nach dem sanften Ablegen meines schlafenden Babys, hielt ich den Atem an – lieber ohnmächtig werden, als es zu wecken. Das führte zur Frage: Wie lange hält der menschliche Körper ohne Sauerstoff aus? Was bestimmt diese Grenze, und warum schaffen manche Minuten, andere nur Sekunden?

Der Guinness-Weltrekord im Atemanhalten liegt bei beeindruckenden 24 Minuten und 3 Sekunden. 2016 stellte der spanische Freitaucher Aleix Segura Vendrell diesen Rekord in einem Pool auf. Zuvor hielt Stig Severinsen 2014 mit 22 Minuten stand. Das ist über 40-mal länger als die ca. 30 Sekunden, die ein Durchschnittsmensch schafft.

  • Alle Säugetiere besitzen einen Tauchreflex: Beim Eintauchen in kaltes Wasser – sogar nur des Gesichts – verlangsamt sich der Herzschlag. Blut wird zu vitalen Organen wie Gehirn, Herz und Lunge umgeleitet.
  • Männer haben im Schnitt 10–12 % höhere Lungenkapazität als Frauen, bedingt durch größeren Brustkorb.
  • Vor dem Versuch atmen Rekordhalter reinen Sauerstoff (Hyperventilation), um CO₂ zu minimieren.
  • Lebensstilfaktoren wie Nichtrauchen und Ausdauertraining steigern die Kapazität moderat.

Warum scheitert das Anhalten nicht am Sauerstoffmangel?

Beim Atemanhalten ist nicht der Sauerstoffmangel der Auslöser, sondern überschüssiges CO₂. Es führt zu Blutübersäuerung (Kohlensäurebildung), was Schläfrigkeit, Kopfschmerzen und Organschäden verursacht. Hyperventilation mit purem O₂ leert die Lunge von CO₂, sodass Rekordhalter wie Segura länger ausharren – Sauerstoff versorgt Organe, bis sie auftauchen.

Ein kleiner Trick: Leicht ausatmen hilft, länger durchzuhalten.

Lungenkapazität als mechanische Grenze?

Längerer Oberkörper und höhere Kapazität bieten Vorteile. Freitaucher nutzen Lungenpackung: Nach vollem Einatmen weitere kleine Züge, um Lungen bis zum Dreifachen zu dehnen. Stoffwechselrate spielt mit – Rekorde entstehen ruhend im Pool, nicht beim aktiven Tauchen.

Der Tauchreflex und psychologische Faktoren

Der Tauchreflex hat Leben gerettet, z. B. bei Ertrinkenden in eisigem Wasser. Freitaucher trainieren ihn aus: Meditation erweitert den Effekt für meditative Ruhe unter Wasser.

Psychologie ist entscheidend: Der Atemdrang ist ein Überlebensinstinkt, stärker als tatsächlicher Bedarf. Meister wie Segura überwinden ihn geistig. Wissenschaftler sehen eine Mischung aus Mechanik, Metabolismus und Psyche – Fortschritte flachen ab wie bei anderen Sportarten.

Falls Sie bis hier durchgehalten haben: Herzlichen Glückwunsch! Nur viermal länger, und Sie sind Rekordkandidat.

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