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Geringe Libido nach der Geburt: Warum sie monate- oder jahrelang anhält – Ursachen und Lösungen

Seit der Geburt ihres ersten Kindes vor knapp zwei Jahren hat Michelle (Name geändert) keine Lust mehr auf Sex.

„Ich war nie eine Sexgöttin, aber ich habe Sex wirklich genossen – wie ich mich dabei gefühlt habe und wie mein Mann sich gefühlt hat“, sagt Michelle, Mitte 30.

„Ich hasse es absolut, eine geringe Libido zu haben.“

Eine Episiotomiennarbe von der Geburt verursacht ihr Schmerzen beim Eindringen, doch Michelle betont, dass dies nur einer von vielen Faktoren ist.

Schlafentzug, ein schlechtes Körpergefühl und Ressentiments mindern ihr sexuelles Verlangen.

„Viele Monate lang habe ich meinen Mann so sehr gegrollt, weil mein Leben komplett auf dem Kopf stand“, erklärt Michelle.

„Sein Leben lief unverändert weiter, und er war kein Verbündeter für mich. Das Letzte, was ich wollte, war Sex mit ihm.“

Dr. Pav Nanayakkara, spezialisierte Gynäkologin bei Jean Hailes for Women's Health, berichtet, dass viele Frauen nach der Geburt mit geringem sexuellen Verlangen zu kämpfen haben und sich oft isoliert fühlen. Doch es ist normal, dass das Interesse an Sex Monate oder Jahre braucht, um zurückzukehren.

„Medizinische und emotionale Gründe spielen eine Rolle. Hinzu kommen oft Druck von Partnern oder der Erwartung, schnell wieder „wie früher“ zu sein – was selten klappt“, sagt Dr. Nanayakkara.

Eine kurze Anmerkung zu sexueller Nötigung

Sexuelle Nötigung ist unerwünschte sexuelle Aktivität durch Druck, Täuschung, Drohung oder Zwang – ohne körperliche Gewalt. Sie ist oft missbräuchlich, nicht immer strafbar.

Bei Bedarf rufen Sie 1800 RESPECT an, die nationale Hotline für Opfer sexueller Übergriffe, häuslicher oder familiärer Gewalt und Missbrauch.

Ursachen für geringe Libido nach der Geburt

Forschung zeigt: Die sexuelle Funktion nimmt während der Schwangerschaft ab und normalisiert sich postpartum selten vollständig. Bis zu 83 % der Frauen wollen oder haben 2–3 Monate nach der Geburt keinen Sex, 38 % noch nach sechs Monaten.

Obwohl die körperliche Funktion zunimmt, sinkt oft die emotionale Zufriedenheit – häufig durch ungleiche Haushaltslasten.

Dr. Nanayakkara gliedert die Ursachen in drei Bereiche: körperliche Traumata der Geburt, emotionale Belastungen wie postpartale Depressionen und hormonelle Schwankungen (z. B. Östrogenabfall oder Prolaktinanstieg).

„Oxytocin, das Bindungshormon, fördert die Mutter-Kind-Bindung, mindert aber oft die romantische Intimität zum Partner“, erklärt die Expertin.

Elternschaft ist zudem ein alles verzehrender Job. Viele Mütter fühlen sich verändert und „nicht mehr wie sie selbst“.

Sara (Name geändert), 38, mit zwei Kindern unter fünf, sieht ihre geringe Libido primär als Beziehungsproblem.

„Es stört mich, dass es meinen Mann aufregt“, sagt sie.

Geringe Libido nach der Geburt: Warum sie monate- oder jahrelang anhält – Ursachen und Lösungen

Saras Mann zeigt Liebe durch Zärtlichkeit, doch sie fühlt sich „total berührt“ und erschöpft.

„Ich bin wie eine Dienerin – nur da, um zu arbeiten. Ich fühle mich nicht schön, und er versteht das nicht.“

Reaktives Verlangen verstehen

Sexologin Naomi Hutchings aus Brisbane erklärt: Menschen mit geringem Verlangen fühlen sich oft als Außenseiter, doch es ist weit verbreitet.

„Wer nicht ständig Sex hat, denkt, etwas sei falsch. Aber viele Frauen entwickeln nach der Geburt reaktives Verlangen.“

Bei Klienten klärt sie: Sex muss nicht mit spontaner Erregung beginnen. Frauen in langfristigen Beziehungen reagieren oft erst durch Stimulation.

„Du startest neutral, tust Erregendes – dann kommt das Verlangen.“

Viele genießen Sex, sobald er läuft – einvernehmlich und druckfrei. Offene Gespräche über Erwartungen in- und außerhalb des Bettes helfen.

Louise (Name geändert), dreifache Mutter, fühlt sich ihrem Partner näher durch Intimität.

„Ich weiß, Intimität bringt uns näher. Wüsste ich öfter Lust zu haben!“

Michelle wünscht sich mehr Verständnis: „Für ihn ist ein schlafendes Baby die Chance. Aber ich brauche keine 15 Minuten Quickie, sondern Vorbereitung: Babysitter, Essen, Blumen, Dates.“

Was hilft?

Dr. Nanayakkara rät: Sprechen Sie mit einer Gynäkologin oder Hausärztin. Oft braucht es ein Team: Gynäkologe, Beckenboden-Therapeut, Sexologe.

„Zusammenarbeit optimiert die Gesundheit hervorragend.“

Hutchings: Vermeiden Sie Fokus nur auf Penetration. Erkunden Sie andere Lustwege. Es ist ein Paar-Thema.

„Seid nah, auch ohne Sex. Das ist eine Lebensphase – es ändert sich.“

Dieser Artikel bietet allgemeine Infos. Holen Sie für Ihre Situation professionellen Rat ein.