Rachitis ist eine vermeidbare Knochenkrankheit, die durch Vitamin-D- und Kalziummangel entsteht. Sie betrifft Kinder in den Wachstumsphasen und führt zu weichen, schwachen Knochen, die sich verbiegen oder brechen können. Ab einem Alter von drei Monaten bis in die Pubertät möglich: Frühe Therapie mit Vitamin D und Kalzium heilt effektiv. Ohne Behandlung drohen dauerhafte Behinderungen.
Was ist Rachitis?
Rachitis ist eine Mangelerkrankung, die bei Kindern die Knochen schwächt und verformt. Sie entsteht durch dauerhaften Vitamin-D-Mangel, der die Kalziumaufnahme behindert. Dadurch werden die Knochen weich und neigen zu Verformungen, insbesondere an den Beinen. Weltweit tritt sie vor allem zwischen dem 3. und 18. Lebensmonat auf, bei Säuglingen meist durch Vitamin-D-Defizit.
Wer ist gefährdet?
Säuglinge und Kleinkinder sind am höchsten gefährdet, besonders aus sozioökonomisch benachteiligten Verhältnissen mit Mangelernährung. Wenig Sonnenexposition, vegane Ernährung ohne Milchprodukte oder Erkrankungen wie Zöliakie, Mukoviszidose und Nierenprobleme erhöhen das Risiko. In sonnenreichen Regionen dominiert oft Kalziummangel.
Ursachen und Risikofaktoren von Rachitis bei Kindern
Hauptursachen sind unzureichende Mengen an:
- Vitamin D (über Ernährung oder Sonne)
- Nahrungskalzium
- Beidem kombiniert
Vitamin D entsteht in der Haut durch Sonnenlicht und kommt in fettem Fisch oder Eiern vor. Es ermöglicht die Aufnahme von Kalzium und Phosphor – essenziell für starke Knochen.
Risikofaktoren umfassen:
- Alter: Häufig 6–36 Monate, Phase raschen Wachstums.
- Ernährung: Veganer, Vegetarier, Laktoseintolerante oder ausschließlich gestillte Babys (Muttermilch ist vitamin-D-arm).
- Hautfarbe: Dunklere Haut produziert weniger Vitamin D.
- Standort: Wenig Sonne in nördlichen Breiten.
- Genetik: Erbliche Formen mit gestörter Phosphoraufnahme.
Anzeichen und Symptome bei Kindern
Typische Symptome:
- Druckschmerz oder Schmerzen in Armen, Beinen, Wirbelsäule, Becken
- Kleinwüchsigkeit, verzögertes Wachstum
- Bruchgefahr der Knochen
- Muskelkrämpfe, bei Schweregrad Krampfanfälle
Zahnprobleme wie verzögerte Zahnentwicklung, Schmelzdefekte, Karies oder Abszesse.
Skelettveränderungen: O-Beine, deformierter Schädel, Pectus carinatum, Kyphose/Skoliose, Beckendeformitäten, verdickte Gelenke.

Mögliche Komplikationen
Unbehandelt entstehen bleibende Deformitäten, Wachstumsstörungen, Zahnfehler oder verzögerte Fontanellenschließung. Niedriges Kalzium kann Krampfanfälle auslösen – ein Notfall.
Diagnose
Durch Anamnese, körperliche Untersuchung (Drucktests, Deformationssuche) plus Röntgen (Röhrenknochen, Rippen). Bluttests prüfen Vitamin D, Kalzium, Phosphor, Parathormon und alkalische Phosphatase. Übereinstimmung bestätigt Rachitis und Ursache.
Behandlung von Rachitis bei Kindern
Erhöhung von Vitamin D und Kalzium je nach Alter und Ursache:
- Kalzium- und vitamin-D-reiche Ernährung
- Supplemente oder Injektionen
- Sonnenexposition
- Behandlung zugrunde liegender Erkrankungen
- Orthopädische Hilfsmittel oder OP bei Deformitäten
- Bei genetischer Form: Spezielles Vitamin D plus Phosphat

Nachsorge
Regelmäßige Kontrollen von Blutwerten und Röntgen. Bei früher Diagnose exzellente Prognose: Besserung in Wochen bis Monaten, oft spontane Korrektur von Beindeformitäten.
Prävention
Täglich 10 µg Vitamin D für Säuglinge bis 4-Jährige. Sonne (wenige Minuten, mehrmals wöchentlich), nährstoffreiche Ernährung. Schwangere/Stillende: 10 µg ergänzen.
Wann zum Arzt?
Bei Symptomen trotz ausreichender Zufuhr: Auf genetische oder andere Ursachen prüfen. Rachitis ist präventabel durch Sonne und richtige Ernährung.