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Vom Mutterdasein zurück ins Berufsleben: Warum ich die finanzielle Last teilen wollte

Vom Mutterdasein zurück ins Berufsleben: Warum ich die finanzielle Last teilen wollteIch habe mich nie als ehrgeizige Karrierefrau gesehen. Nach meinem Studium begann ich schnell zu arbeiten – es wurde zu meinem Lebensstil. Ich war gut in meinem Job, es machte mir Freude. Doch als mein Verlobter eines Abends beiläufig erwähnte, ich solle nach der Hochzeit kündigen, war ich baff. Eine Karriere mit fünf Gehaltserhöhungen in vier Jahren und Beförderungen auf Wunsch einfach aufgeben? Ohne Arbeit, ohne Aufgaben und eigenes Einkommen – das jagte mir Angst ein. An jenem Abend schwieg ich.

Jahre später, nach der Geburt unseres Babys, blieb mir keine Wahl: Niemand konnte sich um unsere Kleine kümmern. Eine Haushaltshilfe oder Kita kamen bei ihrem zarten Alter nicht infrage. Als ich kündigte, übernahm die Mutter in mir die Oberhand. Mein neuer Fokus: Unser Kind versorgen.

Der Alltag als Vollzeitmutter begann. Ich verabschiedete morgens meinen Mann, kümmerte mich tagsüber um die Kleine – füttern, wickeln, Nickerchen. Sie war mein erfüllendster "Job". Abends kam er erschöpft heim und übernahm Elternpflichten, damit ich Luft holen konnte – ein Spaziergang, Treffen mit anderen Müttern oder Lesen.
Eines Nachmittags rief ein Freund an: Er freute sich über seine Verlobung, sorgte sich aber, dass seine Zukünftige kündigen wolle. "Was ist falsch daran? Warum keine Pause?", fauchte ich. "Finanziell wird es eng", erwiderte er. "Beide sollten beitragen, für einen guten Lebensstandard." Ich fühlte mich angegriffen, blockte ab – meine Tochter brauche mich voll und ganz.

Am Abend sprach ich mit meinem Mann darüber. Er wirkte erschöpft, schwieg vielsagend. "Bist du glücklich damit, dass ich zu Hause bin?", fragte ich. "Solange du und unser Kind glücklich seid, bin ich es auch", sagte er. Da dämmerte es mir: Ich nahm ihn als selbstverständlich hin. Die Extra-Schichten, der Stress, meine Sprüche wie "Mit meinem Geld war ich besser dran" – er trug alles schweigend.

In den folgenden Tagen sah ich, wie ihn die finanzielle Belastung zehrte. Früher wechselte er alle zwei Jahre den Job, liebte Abenteuer. Nun klebte er fest, wagte kein Risiko.

Eines Tages fragte ich: "Kann ich wieder arbeiten?" "Finde etwas Passendes", ermutigte er mich. Kein Ekel, nur ein Lächeln. Es war normal, dass er das erwartete – wir teilen die Last.
Wir Frauen fordern Gleichberechtigung: Das heißt, Verantwortung in allen Bereichen teilen. Heute bin ich berufstätig, balanciere Job und Familie. Unsere Partnerschaft ist gereift – wir sind wahrhaft gleichberechtigt.