Es schien unmöglich, einem Welpen in einer orthodoxen tamilischen Iyer-Familie einen Platz im Haus und Herzen zu sichern. Wir lebten in einer kleinen Mietwohnung in Bhopal – eine vierköpfige Familie der unteren Mittelklasse, für die schon der Alltag Herausforderungen bot. Ein Haustier? Das war undenkbar.Meine Schwester Sharada, sieben Jahre älter als ich und in der 11. Klasse, und ich hatten keine Ahnung von dieser Krise. Wir bettelten unsere Eltern jahrelang um ein Haustier an. Wir träumten davon, mit einem Hund in der Nachbarschaft und unter Freunden Eindruck zu schinden. Unsere finanzielle Lage mit nur einem Verdiener ließ das jedoch nicht zu. Trotz guter schulischer Leistungen fürchteten unsere Eltern, ein Tier könnte unsere Bildung gefährden. Welpen waren daher tabu.
Es war Spätsommer 2008. Mein Freund Stalin erzählte mir eines Morgens, ihr Hund Princy habe vier Welpen geworfen: drei schwarze Weibchen und ein weißes Männchen. Ich war außer mir vor Freude – endlich die Chance auf meinen Traumhund! Wir stürmten zu Stalins Haus. Princy bellte freudig, sprang um uns herum und führte uns zu ihren Kleinen. Die blinden, krabbelnden Welpen machten schwache Geräusche. Princy stillte sie vor uns und ließ uns sie hochnehmen – ein unvergesslicher Moment. In ihren Augen leuchtete die pure Mutterschaft.
Getrieben von südindischen Vorurteilen – Rüden seien überlegen, Weiß symbolisiere Reinheit – baten wir Tante Patidar, Stalins Mutter und Freundin meiner Mutter, uns den weißen Welpen zu schenken. Sie willigte ein, bat aber, 15 Tage zu warten, bis er von der Mutter entwöhnt war.
Zu Hause grübelten wir: Würden 15 Tage reichen, um unsere Eltern umzustimmen? Wir starteten eine Offensive: Frühes Aufstehen, Helfen bei Hausarbeiten, Gehorsam und Zuwendung. Bald bemerkte Mama die Veränderung, bohrte aber nicht nach. Eines Abends fragte Papa: „Warum sind die Mädchen so still und artig?“
Als wir Papa beim Puja überraschten, gestanden wir mit gesenktem Kopf unseren Wunsch. Überraschend sagte er: „Fragt eure Mutter, ich habe nichts dagegen.“ Bei Mama stockte es: „Nein! Wenn ein Welpe kommt, gehe ich. Die Nachbarn werden meckern!“
Wir waren am Boden zerstört, hörten sogar auf zu reden. Doch wir blieben gehorsam. Eines Abends fragte Mama: „Wer kümmert sich um den Welpen? Wer wäscht ihn, füttert ihn?“ Wir schwiegen. „Na gut, macht, was ihr wollt. Schmeißt die Schule hin und pflegt ihn!“ – grob, aber der Startschuss.
Bei Tante Patidar tollten die Welpen herum. Wir holten unseren Kleinen, stellten ihn vor die Tür und klopften. Mama öffnete, starrte verblüfft. „Was wollt ihr?“ Ich, mit Tränen in den Augen: „Schau, Mami, der Welpe fragt: ‚Darf ich reinkommen?‘“ Ihr Herz schmolz. Sie umarmte uns, nahm ihn auf – der Beginn von Glück.
Schnell erfüllte Freude unser Heim. Papa nannte ihn „Rowdy“ wegen seiner Streiche. Heute, acht Jahre später, ist Rowdy erwachsen und das Band zu uns fünf enger denn je. Mama, einst strikt dagegen, kann nicht mehr ohne ihn leben. Wir zogen nach Coimbatore, unser Geburtsort, und Rowdy war bei jedem Hoch und Tief dabei.
Ironie: Rowdy ist der best erzogene Hund ever und brachte uns Glück. Für seine Schelmeiken nennen uns Nachbarn „The Rowdy Family“.
- Von Krishna Iyer S