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Das Leben gibt keine zweite Chance: Mein Abschied von der geliebten Oma

Das Leben gibt keine zweite Chance: Mein Abschied von der geliebten OmaEs war ein stiller Donnerstagmorgen. Wir warteten alle voller Sehnsucht auf sie, sehnten uns danach, ihre Stimme zu hören. Im Haus herrschte atemlose Stille; niemand wagte, den anderen anzusehen. Stunden später kam sie zurück – auf einer Trage, getragen auf Schultern. Alle sprachen von der „Leiche“, doch für mich war es meine Oma, die nach Hause gekommen war. Betäubt von Schock glaubte ich fest, sie schliefe nur und würde gleich meinen Namen rufen. Ich näherte mich ihr, berührte ihre Stirn – kalt. Ich rief sie, doch keine Antwort. Tränen rannen mir über die Wangen. Unvorstellbar, dass sie meinen Namen nie mehr nennen würde.

Sie zogen ihr ihren Lieblings-Seidensari an, jenen, in dem sie stets so strahlend aussah mit ihrer Rudraksh-Mala und dem Chandan-Tika. Mit Brille auf der Nase war sie bereit für die letzte Reise.

Hätte sie gesehen, wie viele Menschen gekommen waren, um Abschied zu nehmen – sie hätte sich gefreut. Doch sie ruhte friedlich wie ein Kind.

Ich küsste ihre Stirn zum letzten Mal, schloss die Augen und hörte noch immer ihre Stimme. Ich berührte ihre Füße, hoffte auf ihr „khush raho“ (bleib glücklich). Nichts. Sie hoben sie hoch und trugen sie hinaus. Sie war fort.

Jedes Mal, wenn sie mich besuchte, hatte ich sie nie aufgehalten. Diesmal wollte ich es, doch zu spät.

Bei ihrem letzten Besuch wollte sie, dass ich mich setze – ich eilte stattdessen zum Unterricht.

Nächstes Mal sah ich sie im Krankenhaus, schwach und gezeichnet vom Alter. „Shreya, warum kommst du hierher? Dieser Ort ist voller Krankheiten!“, mahnte sie.

„Ich wollte dich sehen, Dadi“, erwiderte ich und hielt ihre Hand.

„Komm nächstes Mal nach Hause.“ Sie schickte mich weg.

Tage später zu Hause. Bhabhi brachte Prasad: „Nimm, Dadi.“ Mit gequälter Stimme: „Hey Hanuman, humko mukti de do“ (Herr, lass mich frei). Bald wurde sie ohnmächtig, ins Krankenhaus gebracht. Zwei Tage lag sie reglos, bis ihre Seele frei war – ohne Abschied.

Das Leben ist kurz. Wir opfern uns Arbeit und verpassen Zeit mit Liebsten. Später nur Reue. Schätzen wir die Momente jetzt! Wir lieben sie, zeigen es aber selten. Bleibt Schuld und Schmerz. Korrigieren? Zu spät. Öffnet euer Herz – zeigt Liebe, solange sie da sind. Das Leben gibt keine zweite Chance!

(Von Tanya Shaw)