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Mirza Ghalib: Der Seelenheiler der Urdu-Poesie – Witz, Weisheit und Pluralismus

Mirza Ghalib: Der Seelenheiler der Urdu-Poesie – Witz, Weisheit und PluralismusGhalib, oh Ghalib.
„Um mich herum tobt ein Ozean aus Blut –
Ach! Waren das alle!
Die Zukunft wird es zeigen,
was bleibt mir noch zu sehen.“


Einst fragte ein orthodoxer Muslim den Dichter, warum er Süßigkeiten von Hindus zum Diwali annehme. Ghalib konterte: Haben Süßigkeiten einen Glauben? Barfi bleibt Barfi – süß und einzigartig, genau wie Jalebi. Der Mann war sprachlos.

Über seine Poesie zu schreiben, ist ein generationenübergreifendes Unterfangen. Doch sein schlagfertiger Witz, sein Humor, seine Alltagsgespräche und sein Lebensstil waren pure Poesie in Bewegung. Als Inbegriff der Ganga-Jamuni tehzeeb – der harmonischen Verschmelzung hindu-muslimischer Kultur – symbolisierte Ghalib den Pluralismus.

Mirza Ghalib war kein Heiliger oder Glaubensführer, doch seine Verse und Philosophie heilten Seelen. „Ich versuche, etwas zu schreiben, das den Leser erfreut“, bekannte er in einem Brief. Kreativität ohne Lächeln ist wertlos – Ghalibs Werk diente der Menschheit. Geboren am 27. Dezember 1797, ruht er nahe der Dargah des Sufi-Heiligen Hazrat Nizamuddin Auliya. Sein Erbe inspiriert bis heute.

1862 rezitierte er auf Challenge eines jungen Rajput-Dichters einen persischen Vers mit neuem Twist: „Meine Station kann von keinem anderen Auge als meinem wahrgenommen werden; denn mein Stern ist so weit oben, dass er nicht hell scheint.“ Mit unerschütterlicher Zuversicht sprach er – selbst die Luft schien stillzustehen, notierte der Rajput.

Lange vor der Erforschung des Nachthimmels und der Urknall-Theorie war Ghalibs Vision ihrer Zeit voraus. Zikr (Erinnerung) ohne Fikr (Nachdenken) ist gewöhnlich; mit Fikr außergewöhnlich. Ghalib beherrschte diese Kunst meisterhaft, mit gesellschaftlicher Sorge in seinen Versen.

Meister der „Khayalbandi“ – der Kunst, Worte perfekt zu timen – teilte er die Shayari-Welt in Vor- und Nach-Ghalib, wie der Dichter Gulzar sagte. „Es gibt viele Glückliche in der Welt, doch keiner übertrifft Ghalibs Ausdruckskunst.“

Alles Gute zum Geburtstag, Mirza Asadullah Beg Khan.

(von Naved Ahmad)