Als erfahrene Mutter weiß ich, dass es nicht immer der beste Weg ist, meine fünfjährige Tochter mit Geschenken zu überhäufen. Dennoch gönne ich ihr oft kleine Freuden: Mal als Zahnfee-Geschenk, mal für eine gute Tat oder einfach, weil wir an einem Spielzeugladen vorbeikamen. Meine eigenen Eltern haben mir als Kind nur zu Geburtstagen etwas geschenkt – und genau deswegen habe ich diese Momente so sehr geschätzt, nach einem Jahr voller Vorfreude. Bei meiner Tochter ist das anders. Sie spielt ein oder zwei Tage mit einem neuen Spielzeug, hüpft dann zum Nächsten und lässt unseren Spielzeugschrank immer voller werden.
Manchmal versuche ich, ihr den Wert des Geldes nahezubringen – was günstig ist und was teuer. Doch meine Taten machen es ihr schwer, die Botschaft zu verstehen. Ein kürzlicher Vorfall in der Schule hat mir jedoch gezeigt, warum es gut ist zu warten.
Eine Klassenkameradin kam strahlend zur Schule und prahlte mit dem neuen Maruti Alto ihres Vaters. Sie konnte es kaum erwarten, darin zu fahren. Meine Tochter jubelte begeistert mit – bis zwei Jungen lachten und sagten: "Alto ist das billigste Auto! Warum kein teureres?" Das Mädchen wurde traurig, ihr fröhliches Gesicht verfinsterte sich. Meine Tochter hingegen verstand den Vergleich nicht und feuerte ihre Freundin weiter an. Wie gern hätte ich diesen Jungs erklärt, dass wahrer Wert nicht im Preis liegt!
Als Eltern sollten wir Kinder nicht früh mit materiellen Dingen beschäftigen. Sie werden erwachsen, verdienen Geld und fallen in den Konsumrausch. Warum ihnen diesen Druck nicht ersparen, bis sie selbst entscheiden? Lehren wir ihnen stattdessen: Glück kommt aus einem guten Herzen, nicht aus Geld!
(Bild mit freundlicher Genehmigung: Shutterstock)