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Eine unheimliche Nacht im verlassenen Terminal von Kalkutta: Mein Instinkt rettete mich

Eine unheimliche Nacht im verlassenen Terminal von Kalkutta: Mein Instinkt rettete michNach einem langen Arbeitstag und über vier Stunden Wartezeit landete ich um 23 Uhr in Kalkutta. Ein kurzer Hotelaufenthalt vor meinem nächsten Flug schien unpraktisch – doch ich brauchte dringend Schlaf, den die Abflughalle nicht bieten konnte.

Ich sprach mit dem Terminalmanager, der mir das Damenwohnheim im alten Terminalgebäude empfahl, nur Minuten vom neuen Terminal entfernt. Er versicherte mir, es sei eine sichere Zone. Nach Vorlage meiner Tickets trug er mich ins Register ein und gab mir eine Marke.

Auf dem Weg zum alten Terminal, acht Minuten zu Fuß entfernt, sprach mich ein Mann in kastanienbrauner Jacke an – ich hatte ihn zuvor beim Manager gesehen. Er stellte sich als Major Bhargav aus Bhopal vor, stationiert in Dibrugarh, mit Flug um 10 Uhr nächsten Tag. Er hatte sich gerade im Männerschlafsaal angemeldet. Wir gingen zusammen. Als Armeeoffizier betonte er immer wieder die Sicherheit. Auf meine Frage nach seinem Gepäck sagte er, er hole es später in Dibrugarh ab. Etwas nagte an mir, doch ich konnte es nicht greifen.

Um 23:30 Uhr erreichten wir das alte, riesige und leere Gebäude. Nur zwei CISF-Wachen zeigten uns den Weg. Die Atmosphäre war bedrückend, wie in einem Labyrinth aus Misstrauen. Im ersten Stock verabschiedete sich der Major, versprach Hilfe bei Bedarf.

An der Rezeption des Damenwohnheims wartete kein Hauspersonal, sondern ein uniformierter Mann. Er prüfte meine Papiere und führte mich in ein Fünfbettzimmer – ich war die einzige Frau im Gebäude. Der Raum wirkte kalt und leblos wie eine Leichenhalle. Er wies an, die Tür nicht abzuschließen, falls eine weitere Reisende käme, und versprach, mich um 4 Uhr zu wecken.

Ich durchsuchte Bad und Zimmer nach Kameras. Die Stille machte mich klaustrophobisch. Plötzlich fiel es mir ein: Im Register stand über meinem Namen nicht 'Major Bhargav', sondern 'Ashish Kumar' – nur wir beide waren eingetragen! Ich floh nach unten, ignorierte die verdutzten Wachen und kehrte ins belebte neue Terminal zurück. Dort fühlte ich mich sicher, auch wenn ich nicht schlief.

Das alte Terminal mochte sicher sein, nichts passierte diese Nacht. Doch ich vertraue meinem Instinkt: In unsicheren Zeiten ist Vorsicht besser als Nachreue. Habe ich übertrieben? Vielleicht – aber ich bin froh, dass ich ging.

(Einige Namen wurden zum Schutz der Identität geändert)
(Von Sukla Singha)