Mein lieber Mann, du darfst so tun, als wäre unser kleines Mädchen der Mittelpunkt deiner Welt. Deine Social-Media-Posts, in denen du sie vor allem schützt, was ihr in die Quere kommt, rühren mich zu Tränen – ironischerweise reichst du sie mir aber hinter der Schlafzimmertür zu, wenn sie Schmerzen hat und weint. Sie braucht nur etwas mehr Wiegen und Trost. Und jedes Mal, wenn sie unruhig oder quengelig ist, zwingst du sie praktisch an meine Brust. Ich wünschte, du wüsstest: Stillen ist nicht die Lösung für alles.Die Welt hält dich für den praktischen Papa, aber ehrlich gesagt kennst du sie nicht gut genug. Du weißt nicht, ob ihr Bäuchlein voll ist, ob sie tagelang nicht gekackt hat oder dass ihr Arzt sich über ihr Gewicht Sorgen macht – soll ich dir das vorwerfen? Du hast schließlich selten Zeit für sie.
Ich musste früh zur Flasche greifen, weil ich keine Unterstützung für ausschließliches Stillen hatte. Pflegekräfte und Ärzte meinten, ich produziere nicht genug. Hast du mich je nachts gefragt, ob ich Hilfe beim Zubereiten brauche? Nein, du gehst davon aus, ich schaffe alles allein.
Nach einem langen Arbeitstag kommst du heim – und es klingelt dein Büro-Telefon, oder eine "wichtige" Aufgabe ruft. Und kaum bist du da, besteht du darauf, dass der Schlafenszeit-Ritual beginnt, damit sie pünktlich ins Bett kommt. Du weißt genau: Ich muss an ihrer Seite schlafen, während mein Buch monatelang unberührt neben dem Bett liegt.
Deine Badezimmer-Pausen werden länger, gerade wenn die Kleine wach ist. Du "hilfst" mir, indem du morgens mein Detox-Wasser holst oder Essen ans Bett bringst, damit ich nicht von ihr getrennt bin. Aber merkst du nicht, dass das keine echte Hilfe ist? Ich würde lieber selbst mein Getränk zubereiten und in Ruhe trinken, statt ein greifendes Baby zu bändigen. Hast du gesehen, wie ich mein Essen in unter einer Minute herunterwölfe, weil sie es nicht erlaubt?
Mein lieber Ehemann, du gibst dein Bestes – aber ich wünschte, du wüsstest es besser. Ich brauche eine helfende Hand beim Wiegen, damit ich mal durchatmen kann bei dieser ermüdenden, aber wundervollen Aufgabe, unsere Kleine großzuziehen.
Versteh bitte: Eine Mutter hat nicht immer die Lösung für ein schreiendes Baby parat. Ich brauche dich jetzt mehr denn je.
– von Prerna Sharma