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Die Adoption unserer Tochter Chhavi: Die beste Entscheidung unseres Lebens

Die Adoption unserer Tochter Chhavi: Die beste Entscheidung unseres LebensMridula (links) mit Chhavi (Mitte) und ihrer Nichte. Am 9. Oktober 2009 haben wir unsere Tochter Chhavi in Pflege bekommen – die legale Adoption folgte einige Monate später. Doch der 9. Oktober bleibt unser besonderer Tag. Als sie zu uns kam, war sie mucksmäuschenstill und hatte tagelang keinen Wutanfall. Bald wusste sie: Hier ist sie zu Hause. Und sie holt die verlorene Zeit seither nach.

Mein Mann Seshadri und ich wollten immer adoptieren – und ein Mädchen. Warum? Das wissen wir selbst nicht genau. Wir haben es einfach getan. Heute sind wir uns einig: Es war die beste Entscheidung unseres Lebens.

Unsere größte Sorge war, dass Chhavi später unter dem Fehlen ihrer leiblichen Eltern leiden könnte. Deshalb wählten wir eine geschlossene Adoption: Niemand kennt Details. Ihr Geburtstag ist unbekannt, ihr Alter (damals etwa 2 Jahre) eine medizinische Schätzung. Wir sagten uns: „Jedes Teenager-Mädchen hat seinen Kampf mit der Welt – diese Brücke überschreiten wir, wenn es so weit ist.“ Unsere Eltern schwiegen zunächst, doch heute ist Chhavi das verwöhnteste Enkelkind der Familie.
Da Chhavi bei ihrer Ankunft kaum sprechen konnte, hat sie keine Erinnerungen an ihr früheres Leben. Sie kennt nur uns. Seitdem gab es unzählige freudvolle Momente und Kämpfe. Lernen liegt ihr nicht – sie drückt den Familienschnitt. Doch Tennis begeistert sie: Vom Minicourt auf den großen Platz hat sie es geschafft. Essen ist eine Herausforderung: Allein würde sie mehr zu sich nehmen, als ich schreiben könnte.

Als Reiselustige Familie muss sie mitkommen. Mit ihrer Nichte („Double Trouble“) war sie in Hongkong und Prag unterwegs, hat gewandert, gezeltet und aus Bächen getrunken. Nächstes Ziel: Thailand.

Chhavi weiß seit Tag eins von ihrer Adoption. Wir erzählen von „als Chhavi kam“, nicht „als sie geboren wurde“. Eines Tages fragte sie: „Waren du und Papa die Einzigen, die mich erwischt haben?“ Neugierig hakte ich nach. „Gott, all die Male, wo ihr mich wegen Milchtrinken, Essen, Lernen, Tennis und pünktlichem Schlafen geschimpft habt – war sonst niemand übrig?“ Ich lachte – sprachlos vor Freude. Natürlich gibt es Umarmungen und „Du bist die beste Mama der Welt!“. Dazwischen liegt unsere Geschichte.

—Von Mridula Dwivedi. Mridula, promovierte Absolventin des IIT Kanpur und ehemalige Professorin, teilt als Reisebloggerin authentische Einblicke in Familie und Abenteuer.