Repräsentatives Bild
Es war ein kühler Dezemberabend. Die meisten Nachbarn hielten sich drinnen auf. Plötzlich klopfte es an meiner Tür. Vor mir stand ein Teenager mit einem Zettel in der Hand – für meinen Nachbarn. Ich wies auf die nächste Tür, blieb aber stehen, denn ich ahnte Unheil.
Der Junge sprach mit Tanten, und sie brach in Tränen aus. Ich tröstete sie und erfuhr: Ihr Sohn Naveen lag schwer verletzt im Krankenhaus. Vor Tagen hatte er sein Ernennungsschreiben erhalten und sollte am 2. Januar in ein Unternehmen eintreten.
Noch am Vortag hatte er strahlend den Brief gezeigt. An jenem Tag erledigte er Formalitäten, als ihn nur 20 Meter vom Haus entfernt ein Motorradfahrer anfuhr. Bluttend fiel er zu Boden. Sein Handy landete daneben; ein Arbeiter brachte ihn ins Spital. Der Helfer, ungebildet, konnte die Adresse nicht lesen. Die Nachricht kam aus dem Krankenhaus – eine Stunde nach Naveens Anruf, in dem er Tanten bat, sein Lieblingsgericht vorzubereiten.
Mein Mann und ein Nachbar rasten ins Krankenhaus, kehrten aber um Mitternacht mit der furchtbaren Kunde zurück: Naveen war verstorben. Vater und Bruder waren abwesend, die Schwester eilte herbei.
Ein Tumult erschütterte das Gebäude. Naveen, unser hilfsbereiter Frauenschwarm, der für jeden da war, war fort. Stellen Sie sich die Verzweiflung einer Mutter vor, die ihren Sohn in der Blütenzeit verliert.
Fünfzehn Jahre später: Bei der Schmückung meiner Puppen zu Navratri, wie in Südindien üblich, denke ich an seine hilfreichen Tipps und seine Unterstützung beim Beleuchten. Das große Foto im Salon weckt diese bleibenden Erinnerungen.
– Von Parvathi Ramachandran