Shruti bemühte sich verzweifelt, ihn zu vergessen, doch es gelang ihr nicht (repräsentatives Bild). Ihr Cappuccino dampfte vor ihr. Atemlos starrte sie den Barista an – diese perfekte Kinnlinie, das entwaffnende Lächeln, diese intensiven Augen, die ihre Seele so oft durchdrungen hatten. Ihr Herz raste.
Es waren ein oder zwei Jahre vergangen, die in einem Nebel aus Erinnerungen und Schmerz untergingen. Shruti verliebte sich selten, doch wenn, klammerte sie sich fest. Sie hatte nie gelernt, loszulassen – besonders, wenn sie die Einzige war, die kämpfte. Am schmerzlichsten war das Fehlen eines echten Abschlusses.
Sie wartete auf ein Zeichen, einen Funke Mitleid von ihm. Stolz darauf, nicht die Erste zu sein, die ging, hielt sie die Beziehung auf einem Podest. Das Wissen, dass er nicht zu ihr gehörte, dämpfte ihre Sehnsucht nicht – im Gegenteil, es verstärkte sie. In diesem Jahr wurde Shruti zu einem Schatten ihrer fröhlichen, positiven Selbst. Sie nahm zu, ihre Leistungen litten, doch die nächtliche Einsamkeit quälte sie am meisten. Als die "andere Frau" litt sie allein.
Der ältere, erfahrene Mann hatte sie mit jugendlicher Leidenschaft umworben, obwohl sie wusste, dass er verheiratet war. Sie wehrte sich, doch er war hartnäckig, und ihr naives Herz ergab sich.
Die feigsten Männer sind jene, die eine Frau verliebt machen, ohne sie wirklich zu lieben. Diese Worte wurden zu ihrer bitteren Realität. Als sie ihn brauchte, wich er zurück – einmal ignorierte er sie sogar öffentlich. Hilflos betete sie um Vergessen.
Ein prestigeträchtiges Praktikum in New York kam wie gerufen. Beim Abflug sehnte sie sich nach Freiheit wie ein Vogel am Himmel. Doch die Stadt heilte sie nicht; überall lauerten Erinnerungen, wie das schwarz-rote Hemd, das sie ihm geschenkt hatte.
Dann, an jenem sonnigen Tag in Starbucks, das Schicksal: Der Barista glich ihm verblüffend. Ihre Hände berührten sich, Blicke verschmolzen. Sie beobachtete ihn stundenlang, lächelte über seine Perfektion – genau wie bei ihm, der sie immer unzulänglich fühlen ließ.
Der Laden leerte sich, doch sie blieb. Ihre Blicke kreuzten sich wiederholt. Was, wenn er sie an jemanden erinnerte?
Sie stellte sich vor, täglich zu kommen – bis er sprach und sie merkte: Es war nicht er. Würde das nicht alles wieder aufreißen?
Ihre Freundin riss sie heraus. Beim Uber wartete sie, kämpfte mit dem Impuls, zurückzulaufen. Das Hupen trieb sie hinein. Ein letzter Blick, ein Winken.
Im Fahrtwind flüsterte eine Erkenntnis: "Meins." Sie umarmte ihre Freundin. Diese Begegnung schenkte ihr den lang ersehnten Abschluss. Die Seele schmerzte noch, doch sie durfte heilen, neu beginnen – und sich selbst lieben.
Das Leben fühlte sich erstmals ganz an. Unter New Yorks Skyline wusste Shruti: Sie war frei.
– Von Anonym