Alles, was ich wollte, war eine Freundschaft. Nicht mehr, nicht weniger. Aber du wolltest mehr – und ich nicht. Ist das meine Schuld?Ich suchte jemanden zum Reden: Einen Witz teilen bei guter Laune, über einen schlechten Tag schimpfen. War ich nicht bereit, dasselbe für dich zu tun? Ist das nicht genau das, was Freunde tun? Über Filme, Politik oder Alltägliches plaudern.
Nur weil ich zum anderen Geschlecht gehöre, bedeutet das nicht, dass ich Romantik wollte. Eine SMS von mir ist keine Liebeserklärung. Dinge teilen heißt nicht, ich denke den ganzen Tag an dich. Wenn ich beschäftigt bin, antworte ich später – kein Drama.
Du darfst nicht erwarten, dass ich dir meinen Tag minutiös berichte. Du bist nicht meine Mutter – und selbst sie überwacht mich nicht so. Bei Freunden hast du geklagt, ich sei nicht mehr dieselbe. Aber bist du noch die Person, mit der ich anfing zu chatten? Je mehr du forderst, desto mehr ziehe ich mich zurück.
Ich wollte deine Gefühle nicht verletzen und habe klar gemacht: Ich kann nicht geben, was du willst. Du hast es ignoriert. Ich nahm Anrufe nicht an, antwortete nicht auf SMS – vergeblich. Deine Fragen wurden belästigend: Was, wo, wann, warum?
Ich blockierte dich. Vielleicht zu hart, aber ich hatte gewarnt. Dein Druck war emotional erschöpfend. Ein Nein ist ein Nein. Doch du gabst nicht auf: Neue Nummern, ständige Anrufe. Ich verschwand aus Social Media, wechselte die Nummer, mied Bekannte.
Dabei isolierte ich mich selbst – wurde introvertiert, depressiv. Ich ließ dich mein Leben kontrollieren. Also kehrte ich zurück: Alte SIM, alte Freunde kontaktieren. Aber du rufst weiter, erwartest ein Tagesprotokoll.
Ich kann mich nicht ewig verstecken. Ich hasse dich nicht, wollte nur Freundschaft. Akzeptiere ein klares Nein, oder lass es. Punkt.
– Anonym