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Die letzte gemeinsame Reise: Eine herzzerreißende Familiengeschichte

Die letzte gemeinsame Reise: Eine herzzerreißende Familiengeschichte
Repräsentatives Bild

Eine Hochzeitseinladung ragte aus meinem Briefkasten. Ich zog sie heraus und stellte fest, dass sie nicht für uns war. In unserer Wohnanlage gab es noch zwei weitere Haushalte mit einem Mann gleichen Namens wie meinem Ehemann. Der Postbote vertauschte die Post häufig. Meist kam er vorbei, um sie abzuholen, oder wir schickten sie zurück.

Ich rief einen der beiden an und fragte nach der Karte – verneinend. Blieb nur der dritte. Bei ihm zeigte die Nummer nach dem Wählen nur Leertaste an. Ich hinterließ eine Nachricht.

Kurze Zeit später rief die Dame des Hauses zurück: Ja, es war ihre Einladung. Sie war gerade im Urlaub in Tansania bei ihrem Mann, der dort arbeitete, und kehre in sieben Tagen heim. Die Hochzeit fand erst in drei Wochen statt. Sie konnte die Karte jederzeit abholen.

Neu für mich: Ihr Mann in Tansania. Obwohl Nachbarn, sahen wir uns selten – Häuser lagen gegenüberliegend. Wir kannten Telefonnummern aus dem Kollektivblatt, mehr nicht. Sie unterrichtete an einer Schule, blieb allein, während Sohn in Italien studierte und Tochter in Chennai aufs College ging.

Sie plauderte ausführlich – ungewöhnlich, da sie sonst nur nickte. Tansania, Mannes Arbeit, Bruder in der Nähe. Kinder zu Besuch: „Gott hat uns diesen Monat geschenkt. Erstes Mal alle vier zusammen!“ Aufgeregt erzählte sie von Familienessen, die sie sonst nie zubereitete.

Ich seufzte über Lebenskompromisse für den Unterhalt. Freute mich mit ihr, wünschte glückliche Zeit. Den Mann kannte ich nur dem Namen gleich meinem.

Nach einer Woche wartete ich vergebens. Schule rief sicher, Haus nach fünf Wochen reinigen. Postboten blieb aus. Ich beschloss, die Karte persönlich zu bringen. Ihr Haus – von außen imposant, pensioniertes Paradies. Nachbarn erzählten: Er entwarf es selbst, mit allem für ruhige Jahre.

Vor dem Haus Hektik, besorgte Gesichter. Wehklagen drang heraus. Die Nachbarin flüsterte: Gerade kam die Nachricht – ihr Mann hatte in Tansania einen schweren Herzstillstand, allein zu Hause gestorben. 52 Jahre alt.

Sie rief um 9 Uhr (dort 6:30), keine Antwort. Mehrfach vergeblich. Schwager – wenige Blocks entfernt – öffnete mit Schlüssel: Tot. Arzt: Todeszeit 12 Uhr.

Vor einer Woche noch ihre Freude über den Monat zusammen. Die Karte in meiner Hand erschien plötzlich trivial, doch sie verband uns in dieser Stunde.

Fünf Tage später kam die Leiche. Herzzerreißend: Frau und Kinder trauern um ihren Mittelpunkt.

Hätte je einer der Drei geahnt, dies sei ihre letzte Fahrt zu viert?

Das Leben ist unberechenbar!

- Von Sudha Vishwanathan