DeuAq.com >> Leben >  >> Familie

Der Moment, der mich ans Schicksal glauben ließ: Eine wahre Geschichte aus dem Monsunsturm

Der Moment, der mich ans Schicksal glauben ließ: Eine wahre Geschichte aus dem Monsunsturm „Schicksal“ – normalerweise bleibe ich skeptisch gegenüber diesem Wort. Doch es gab Zeiten, in denen ich ernsthaft versucht war, daran zu glauben.

Vor etwa zwei Jahrzehnten segelten wir an einem stürmischen Monsunmorgen durch die Bucht von Bengalen. Nur wir drei befanden uns in der Kapitänskabine. Draußen tobten raue Winde, sintflutartige Regenfälle und eine aufgewühlte See. Unser kleines Schiff wurde hin- und hergeworfen. Es fühlte sich an wie die vielen „Schlechtwetter“-Tage meiner Kindheit an Bord – ich war sicher, dass es vorübergehen würde.

Doch etwas stimmte nicht. Mein Vater verbrachte außerhalb seiner Schichten ungewöhnlich viel Zeit auf der Brücke. Innerhalb von einer halben Stunde besuchte er die Kabine dreimal und sprach kurz mit Mama. Sie versuchte jedes Mal, ihn zu beruhigen. Die ersten Gespräche drehten sich um den heulenden Wind, der das Schiff in seichte Gewässer drückte, und vergebliche Ankerbemühungen. Solche Bedingungen waren erwartet, und wir waren nur 30 Minuten von einer Grundberührung entfernt. Der dritte Besuch war am dramatischsten.

Es war 13:10 Uhr. Papa sagte: „Wir sind in 10 Minuten vom Untergang entfernt. Der neueste Wetterbericht meldet, dass die Windstärke um 13:16 Uhr für 60 Sekunden die Richtung ändert. Dann versuchen wir, uns aus den seichten Gewässern zu befreien. Ohne diese Änderung gibt der Motor sehr wahrscheinlich auf. Wir müssen ertrinken – das Schiff wird zerbrechen. Tu oder stirb, buchstäblich! Bei Windänderung haben wir mit viel Glück eine Chance.“ Mama erwiderte: „Mach weiter! Wir müssen es versuchen! Nichts ist vorbei, solange du nicht aufgibst!“

Als Vierjähriger verstand ich wenig, spürte aber die bedrohliche Spannung. Papa eilte zurück zur Brücke, und ich saß still auf Mamas Schoß. In der Kabine breitete sich ohrenbetäubende Stille aus, kontrastierend zum Toben draußen. Ich erinnere mich nicht an die nächsten 10 Minuten, doch als Papa wiederkam, strahlte Erleichterung aus seinem Schritt. Die Vorhersage hatte gestimmt: Wir waren der Gefahr entronnen, das seichte Wasser weit hinter uns – diese 60 Sekunden beendeten eine 22-stündige Tortur!

Jahre später, als Mama die Geschichte einem Freund erzählte, wurde mir klar: Logisch gab es keine Überlebenschance. Kommunikation zur Küste ausgefallen, beide Anker verloren, tödlicher Zyklon.

Nennen Sie es Glück, Schicksal oder Wunder – es ist unbegreiflich! Wie es so schön heißt: „Was sein soll, findet immer einen Weg!“
(Von Nikita Gupta)