Ich war die Mutter mit Essensresten (Thinkstock Photo)Hallo, ich bin Kalyani Pardeshi, eine ganz normale indische Mutter aus der Mittelklasse. In unserer Kultur sprechen wir selten offen über unsere Schwächen. Mir wurde eingebläut, nie preiszugeben, wie es mir wirklich geht – aus Angst vor Spott. Doch das Teilen meiner Geschichte hat vielen anderen Müttern geholfen. Deshalb erzähle ich sie weiter.
Hier ist meine Geschichte:
Ich war die Mutter, umgeben von Frauen, die alles perfekt im Griff zu haben schienen, während ich nur darum rang, den Kopf über Wasser zu halten. Ich fühlte mich ständig erdrückt, kämpfte mich durch den Tag und spürte eine tiefe, überwältigende Einsamkeit. Niemand verstand mich, niemand war da, mit dem ich reden konnte.
Ich war die Mutter, die Reste aufwärmte – weil es schneller ging, als eine ausgewogene Mahlzeit zuzubereiten und dabei ein quengeliges, zahnendes Baby zu beruhigen. Die schuldbewussten Blicke und Kommentare von außen machten es nur schlimmer.
Ich war die Mutter, die sich fünf Minuten im Bad einschloss, nur für einen Moment der Ruhe – und sich dafür schuldig fühlte.
Ich war die Mutter, die sich in der Speisekammer verkroch und mit Schokolade, Chips und Keksen die Gefühle ertränkte, statt sich ihnen zu stellen. Danach kam die Schuld wie eine Welle.
Ich war die Mutter, die wöchentlich in ihre alten Vorschwangerschaftskleider zwängte, um sich wieder gut zu fühlen – und sich egoistisch dafür hasste.
Ich war die verschrobene Mutter, die ihre Kinder wegen Kleinigkeiten anfuhr und sich danach als schlechteste Mutter der Welt fühlte.
Ich war die Mutter, die von Verwandten als miserables Weib und Mutter beschimpft wurde – was mich zweifeln ließ: Bin ich wirklich so?
Ich war die Mutter, die still mit Wochenbettdepressionen rang.
Wie habe ich das geändert? Die Depression zerbrach meine falschen Schalen, brach meine Flügel – vergaß aber meine Krallen.
Es begann mit einem einfachen Glauben:
Ich gab mein Bestes. Auch Reste machten die Kinder satt und glücklich.
Ich bin die beste Mutter für meine Kinder – deshalb schauten sie mich mit Liebe an.
Ich hörte auf, Bestätigung bei anderen zu suchen. Stattdessen begann ich mit Selbstreflexion und Affirmationen: Ich bin wertvoll, eine gute Mutter, wichtig. Das schuf innere Ruhe und verwandelte mein Leben in etwas Magisches.
Falls dir das heute noch niemand gesagt hat: Du verdienst Liebe, Respekt und Anerkennung – vor allem von dir selbst.
Schätze dich, liebe dich, respektiere dich. Alles beginnt bei dir.
Kalyani Pardeshi