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In der Schule des Lebens: Die Magie des Lehrens und bleibender Einflüsse

In der Schule des Lebens: Die Magie des Lehrens und bleibender EinflüsseGeschrieben von Sonali Dash
Das Wort „Influencer“ weckt in mir tiefe Erinnerungen. Als Dreijährige betrat ich den Nirmala-Kindergarten in Panaji, Goa, und begegnete meiner ersten Lehrerin, Miss Verna Fernandez. Ich verehrte sie abgöttisch: Ich saß wie sie, glättete meinen Rock, lernte Vokabeln durch spielerische Übungen. Zu Hause trug ich die Schuhe meiner Mutter und unterrichtete imaginäre Schüler mit dem Gelernte. Mit drei Jahren stand fest: Ich wollte Lehrerin werden – wie sie, mein erster Influencer.

Zwei Jahrzehnte später stand ich selbst vor der Klasse. Ich hielt die Lehrmethoden meiner Mentorin lebendig und machte den Unterricht zu einer Freude für Lehrer und Schüler gleichermaßen. Obwohl das Leben hektisch war, suchte ich jahrelang nach Miss Fernandez. Als ich erfuhr, sie lebe in Mumbai, flog ich von Delhi an, um sie zu treffen.
Dieses Wiedersehen war rührend: Die einstige Kindergarten-Schülerin und die nun neunzigjährige Lehrerin. Die Zeit stand still, wir tauchten in Erinnerungen ein. Ihre Augen wurden feucht, als sie ein gerahmtes Klassenfoto aus unserer gemeinsamen Zeit öffnete – mit der kleinen Ich neben ihr, vor fünfundvierzig Jahren. Solche Momente prägen das Leben, wie sie es bei meinen Schülern tun.
Heute rief mich die Mutter einer ehemaligen Schülerin an, Jahre nach meinem Englischunterricht. Ich lobte ihr Kind überschwänglich: Als ruhiges Mädchen hatte sie aufmerksam zugehört, pünktlich gearbeitet. Ich erkannte ihr Potenzial, förderte es geduldig – und sie blühte auf. Meine Literaturstunden weckten ihre Liebe zur Sprache, öffneten poetische Welten.

Sie reichte mir ein selbstgeschriebenes Gedicht für eine Zeitschrift – pure Magie. Ich riet ihr, Akademie mit Wettbewerben zu verbinden; sie folgte, gewann Preise, fand ihr Selbstvertrauen und ihre Berufung: Die Stimme für randständige Kinder zu sein. Wie bei vielen Eltern, die in Konferenzen ihr Lob aussprachen, fachte das mein Feuer an.

Ein anderer Schüler studierte Englische Literatur und blieb verbunden. Ich überreichte ihm meine handgeschriebenen Studiennotizen als Erbstück – unbezahlbare Erfüllung. Viele lächelnde Gesichter zogen vorbei...

Dieses Telefonat erinnerte mich: Als Lehrerin in der Schule des Lebens war ich Influencerin. Die Wertschätzung meiner Schüler und Eltern, unsichtbar doch tief, ist Balsam für meine Seele.