Repräsentatives BildEs ist wieder so weit: „Goldene Glöckchen klingen, Sterne leuchten hell, der Alte geht aus, Neujahr ist in Sicht! Lichter beginnen zu strahlen, Bäume sind festlich geschmückt, der Weihnachtsmann hat seinen Schlitten beladen und seine Rentiere sind startbereit!“
Der Weihnachtsmann ist meine schönste Kindheitserinnerung. Bekannt dafür, Glück zu verbreiten, indem er brave Kinder mit Geschenken beschenkt, residiert er am Nordpol. Als Kind wurde ich von Mama mit ihm vertraut gemacht.
Das waren unvergessliche Tage: Festliche Düfte erfüllten die Luft, die Schule hatte Pause, und ich fieberte dem Höhepunkt der Weihnachtszeit entgegen – dem Moment, in dem der Weihnachtsmann heimlich Geschenke unter unseren Baum legte. Mama hat uns eingebläut, dass er nur die braven Kinder belohnt. Das ganze Jahr über gab es sanfte Erinnerungen an Verhaltensweisen, die ihm missfallen könnten und meine Geschenke gefährden würden. Die Verlockung war so groß, dass ich sofort umsteuerte. Warum auch nicht? Der Weihnachtsmann wusste genau, was ich mir wünschte – seine Gaben kamen direkt aus meinen Träumen. Ich staunte, wie perfekt er immer traf!
Mit zunehmendem Alter schrieb ich ihm Briefe und legte sie unters Kopfkissen. Er antwortete mir, obwohl ich ihn nie getroffen hatte. Meine Liebe zu diesem rundlichen Engel wuchs, und der Wunsch, ihn zu sehen, wurde überwältigend. Bisher kannten wir uns nur aus Märchenbüchern. Am Heiligabend hielt ich Wache im Haus – doch er entwischte mir immer wieder. Wie schaffte er das? Sich reinschleichen, Briefe lesen, antworten und Geschenke verstecken – all das im Handumdrehen? Trotz seiner rundlichen Gestalt: Wann kam er, und wie verschwand er spurlos? Nutzte er Zauberkräfte, um unsichtbar zu sein? Und warum ähnelte seine Handschrift so sehr der von Mama? „Er muss magische Kräfte haben“, dachte ich.
In seinen Briefen riet er mir, ein gutes Kind zu sein, stark und vernünftig zu bleiben. Ich solle Rechtschaffenheit in Wort und Tat pflegen, ans Gute glauben und alles positiv sehen.
Im Lauf der Jahre lüftete ich das Geheimnis seiner Eilfertigkeit, der Handschrift und seiner Fähigkeit, Gedanken zu lesen. Ich verstand, warum Mama mich zum Glauben an ihn ermutigte – und wie diese märchenhafte Figur mich inspirierte, mein Bestes zu geben.
– Von Nikita Gupta