Frage: Hallo, ich bin seit acht Jahren glücklich verheiratet und habe eine fünfjährige Tochter. Ich liebe meinen Mann, doch in letzter Zeit sind wir beide beruflich stark eingespannt. Wir kommen spät nach Hause, erledigen den Haushalt, sprechen mit unserer Tochter und gehen dann schlafen. Zwischen uns wächst eine emotionale Distanz, ohne dass ich ihm Vorwürfe mache. Mittlerweile habe ich mich in meinen Büroleiter verliebt. Wir verbringen täglich neun bis zehn Stunden zusammen, und ich denke selbst zu Hause noch an ihn. Ich weiß, dass es sich nur um eine Schwärmerei handelt, fühle mich aber schuldig, als hätte ich meinen Mann betrogen. Es gab keine körperliche Beziehung zu meinem Vorgesetzten – nichts dergleichen. Sollte ich es meinem Mann erzählen? – Anonym Antwort von Frau Rachana Awatramani: Die Ehe ist eine langfristige Partnerschaft, in der Paare verschiedene emotionale Phasen durchlaufen. Oft fühlen sich Ehepartner durch den Alltagstrott und Haushaltsbelastungen entfremdet.
In Ihrem Fall sind Sie seit acht Jahren verheiratet, haben eine fünfjährige Tochter und sind beide beruflich stark beansprucht, was die gemeinsame Zeit einschränkt. Die wachsende emotionale Distanz ist verständlich. Ihre Verliebtheit in den Vorgesetzten nach neun bis zehn Stunden täglicher Zusammenarbeit ist absolut normal – Schwärmereien am Arbeitsplatz passieren häufig. Da nichts zwischen Ihnen passiert ist, gibt es keinen Grund für Schuldgefühle oder das Gefühl, betrogen zu haben.
Sie können Ihrem Mann beiläufig von Ihrer Schwärmerei erzählen, sollten aber auf seine Reaktion vorbereitet sein: Je nach Persönlichkeit und Beziehungsqualität könnte er unsicher werden oder gelassen reagieren.
Sprechen Sie offen mit Ihrem Mann über Ihre Gefühle und die emotionale Distanz. Planen Sie kinderfreie Zeit zu zweit oder ziehen Sie eine Beratung bei einem Paartherapeuten in Betracht.
– Frau Rachana Awatramani ist beratende Psychologin in Mumbai
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