Frage: Ich bin verheirateter Vater von zwei Kindern (12 und 1,5 Jahre alt). Unser Familienleben war bis vor wenigen Monaten harmonisch. Ich liebe meine Frau innig – unsere Ehe wurde vor 13 Jahren arrangiert. Zu Beginn gestand sie mir, keine Jungfrau mehr zu sein. Das störte mich nicht. Sie sprach von einem Studienfreund, mit dem sie eine körperliche Beziehung hatte. Kürzlich erfuhr ich jedoch von einem gemeinsamen Bekannten, dass sie weiterhin Kontakt zu diesem Mann pflegt – und er gar kein Studienfreund ist. Zunächst ungläubig konfrontierte ich sie; sie gab es zu, betonte aber, es sei nur freundschaftlich. Sie versprach, ihn nicht mehr zu treffen. Warum verschwieg sie mir die Wahrheit? Er ist etwa 10 Jahre älter, Single und sie trafen sich regelmäßig als "beste Freunde". Besonders beunruhigend: In den letzten vier Jahren war ich alle drei Monate 1–2 Monate berufsbedingt im Ausland. Damals besuchte er sie häufig, wie mein Sohn und meine Mutter bestätigen. Mein Sohn mag ihn nicht, teilt aber nicht alles mit mir.
Zudem hat meine Frau in den letzten Jahren jegliche sexuelle Anziehung zu mir verloren und sagt offen, ich gefalle ihr nicht mehr. Ich habe alles versucht, um sie glücklich zu machen – vergeblich.
Vielleicht irre ich mich, doch ihre Lüge schmerzt tief. Seitdem fühle ich mich betrogen und einsam. Was soll ich tun? – Anonym
Antwort von Kamna Chhibber: Sie stecken in einer herausfordernden Situation. Es ist schwer, genau zu ergründen, warum Ihre Frau nicht die volle Wahrheit über ihre frühere Beziehung offenbarte.
Oft zögern Menschen, alles preiszugeben, aus Angst vor der Reaktion des Partners – besonders in arrangierten Ehen, wo man sich zu Beginn noch nicht gut kennt. Sie wusste möglicherweise nicht, wie Sie reagieren würden, und wollte Konflikte vermeiden.
Bezüglich ihrer aktuellen Verbindung zu diesem Mann und der Qualität Ihrer Beziehung: Hier hilft ein offenes Gespräch. Konzentrieren Sie sich nicht primär auf ihren Ex, sondern auf Ihr gemeinsames Leben. Sprechen Sie über die Notwendigkeit, Ihre emotionale und körperliche Verbindung zu stärken. Schlagen Sie konkrete Maßnahmen vor oder empfehlen Sie Paartherapie.
Vermeiden Sie Schuldzuweisungen oder Eskalationen, die die Emotionen nur anheizen. Führen Sie Gespräche auf Augenhöhe, um Lösungen zu finden und Ihre Partnerschaft zu verbessern.
Kamna Chhibber ist Leiterin des Bereichs Psychische Gesundheit und Verhaltenswissenschaften bei Fortis Healthcare.
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