Repräsentatives BildFrage: Hallo! Ich bin 37 Jahre alt, verheiratet und Vater von Kindern. Meine Frau und ich arbeiten in unterschiedlichen Städten und sehen uns nur 20–30 Tage im Jahr. Ich ringe mit meiner sexuellen Identität: In meinen Zwanzigern hatte ich eine rein sexuelle Beziehung zu einem Freund, die ich sehr genossen habe. Seit unserer Hochzeit vor 6–7 Jahren habe ich keinen Kontakt mehr zu ihm und keine weiteren schwulen Beziehungen. Doch wenn ich allein bin – was meistens der Fall ist –, fantasiere ich von ihm, sehne mich nach diesem Sexleben und chatte sogar online mit schwulen Männern. Meiner Frau habe ich nichts davon erzählt, unser Sexualleben ist unbefriedigend. Ich kann mit niemandem reden und hoffe auf Ihren Rat: Ist das normal? Was soll ich tun?– AnonymAntwort von Dr. Kedar Tilwe: Liebe Leserin, lieber Leser, die sexuelle Identität ist eine der intimsten Facetten unseres Lebens und wird durch ein komplexes Zusammenspiel von Biologie, Psychologie sowie kulturellen, sozialen und rechtlichen Einflüssen geprägt. Aktuelle Forschung betont ein Kontinuumsmodell, das Hetero-, Homo- und Bisexualität umfasst. Stigmatisierung hindert viele jedoch daran, ihre wahre Orientierung zu leben oder Hilfe zu suchen.
Die Unterdrückung echter Bedürfnisse erzeugt enormen Stress, der zu ungesunden Bewältigungsstrategien, Impulsivität und Risiken für Betroffene und Partner führen kann. Ich rate dringend: Wenden Sie sich an einen Psychologen vor Ort für personalisierte Unterstützung bei der Klärung Ihrer Orientierung und nächsten Schritten. Hotlines und NGOs bieten diskrete Hilfe und ein stabiles Netzwerk. So finden Sie den passenden Weg.
Dr. Kedar Tilwe, Facharzt für Psychiatrie und Sexualmedizin, Hiranandani Hospital, Vashi – Fortis Network Hospital
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