Frage: Hallo! Ich bin 34 Jahre alt und vor zwei Jahren in einer arrangierten Ehe mit einer Frau, die meine Eltern ausgewählt haben, eingetreten. Wir kannten uns vor der Hochzeit nur aus zwei Treffen. Nach der Heirat haben wir Monate gebraucht, um uns kennenzulernen und Vertrauen aufzubauen. Unser Sexualleben ist leider wenig erfüllend. Meine Frau kommt aus einer streng orthodoxen, traditionellen Familie mit festen moralischen Vorstellungen. Alles, was über ihre konservativen Grenzen hinausgeht, wird abgelehnt oder verspottet. Vor der Ehe hatte ich sexuelle Erfahrungen, darunter eine ernsthafte Beziehung zu einer Ex-Freundin, die an familiären und religiösen Differenzen scheiterte. Ich habe diese Beziehung vollständig abgeschlossen, bevor ich geheiratet habe. Dennoch fühle ich mich sexuell frustriert. Kürzlich habe ich Kontakt zu meiner Ex aufgenommen und ihr alles anvertraut – ohne Lockdown hätte ich sie wohl getroffen. Ein offenes Gespräch mit meiner Frau scheitert an ihrer Engstirnigkeit. Wie teile ich ihr mit, dass ich mit unserem Sexualleben unzufrieden bin? Wie überzeuge ich sie, dass Intimität mehr als nur penetrativen Sex umfasst und keine Sünde ist? – Anonym Antwort von Dr. Kedar Tilwe, Psychiater und Sexologe am Hiranandani Hospital (Fortis Network), Vashi: Jede Ehe lebt von der Fähigkeit des Paares, Herausforderungen gemeinsam zu meistern und Kompromisse zu finden, die beide Partner erfüllen. Körperliche Intimität ist hochgradig persönlich und wird von Erziehung, gesellschaftlichen Normen, früheren Erfahrungen und dem Feedback des Partners geprägt. Es handelt sich um einen dynamischen Prozess, der Offenheit für gegenseitige Verbesserungen erfordert.
Führen Sie ein wertfreies, privates Gespräch über Sexualität, in dem beide Seiten Feedback austauschen können. Ziehen Sie bei Bedarf eine neutrale Vertrauensperson hinzu oder probieren Sie eine Paartherapie. Der Fokus sollte vom reinen penetrativen Sex auf gemeinsames Vergnügen verlagert werden.
Sensate-Focus-Übungen sind hier ideal – wenden Sie sich an einen lokalen Sexologen oder Therapeuten. Diese bieten einen sicheren Raum, um Vorurteile abzubauen und sich frei auszudrücken. Vermeiden Sie Grübeleien über die Vergangenheit: Sie verengen nur den Blick und verhindern, die aktuelle Beziehung voll zu schätzen. Richten Sie Ihren moralischen Kompass neu aus und investieren Sie in Ihre Partnerschaft.
Dr. Kedar Tilwe, Psychiater und Sexologe, Hiranandani Hospital, Vashi – A Fortis Network Hospital
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