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Frage: Hallo! Ich bin 38 Jahre alt und stehe vor einem riesigen Dilemma. Vor dreieinhalb Jahren – nach drei Jahren Ehe – haben meine Ex-Frau und ich uns scheiden lassen, da wir unüberwindbare Differenzen hatten. Trotzdem fühle ich mich als Ex-Ehemann weiterhin verantwortlich und pflege den Kontakt. Letztes Jahr war ich sogar bei ihr im Krankenhaus, als sie an Dengue erkrankte. Ich versuche, weiterzuleben und die gebrochene Ehe hinter mir zu lassen.
Doch kürzlich erfuhr ich etwas Schockierendes: Meine Ex-Frau plant, meinen besten Freund aus Studienzeiten zu heiraten. Das haut mich um – sie wusste doch, wie eng wir damals waren. Er war sogar auf unserer Hochzeit, wo sie ihn das erste Mal traf. Danach verlor er sich nach Deutschland, als er beruflich dorthin versetzt wurde. Über gemeinsame Freunde habe ich von ihren Plänen erfahren. Seitdem schlafe ich nicht mehr. Ich fühle mich verraten. Hatten sie eine Affäre, während wir verheiratet waren? Will er mich nur eifersüchtig machen oder Rache üben? Wie soll ich Freunden und Bekannten wieder unter die Augen treten? Und wie konnte sie mir das antun? Bitte helfen Sie mir – ich werde wahnsinnig.
– Anonym
Antwort von Dr. Venkatesh Babu:
Es ist absolut verständlich, dass Sie Traurigkeit, Wut, ein Gefühl des Verrats und Hass empfinden, wenn Ihr Ex-Partner jemanden heiratet – erst recht, wenn es Ihr bester Freund ist. Als Facharzt für Psychiatrie mit langjähriger Erfahrung in Fortis Hospitals Bangalore rate ich folgendes:
Zunächst: Diese Emotionen sind normal. Nach einer Scheidung neigen viele dazu, sich einer möglichen Wiedervereinigung hinzuwünschen. Die Neuigkeit einer neuen Ehe rüttelt das auf und weckt Unsicherheit.
Zweitens: Sie scheinen den Übergang vom Verheirateten zum Single noch nicht ganz gemeistert zu haben. Emotionale Reste der Beziehung halten Sie fest.
Drittens: Neid und Besitzdenken lassen uns spekulieren, ob es eine Affäre gab. Doch Scheidungen entstehen meist durch abklingende Liebe, unabhängig von äußeren Faktoren.
Viertens: Nutzen Sie das als Chance! Die neue Ehe schließt Türen zu einer Rückfälligkeit und entlastet Sie emotional.
Fünftens: Da kein gemeinsamer Kinder erwähnt werden, können Sie Distanz wahren. Vermeiden Sie Kreise, in denen Begegnungen unangenehm werden könnten, bis Sie gerüstet sind.
Sechstens: Sprechen Sie mit Familie, Freunden oder suchen Sie professionelle Hilfe. Das hilft, Klarheit zu gewinnen.
Dr. Venkatesh Babu, Facharzt für Psychiatrie, Fortis Hospitals Bangalore
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