Repräsentatives Bild
Frage: Hallo! Ich bin 34 Jahre alt, lebe mit meinem Mann und unserem zweijährigen Sohn in den USA, während unsere Eltern in Indien sind. Ich fühle mich zutiefst unglücklich, da mein Mann Zuneigung kaum zeigt und mir selten das Gefühl gibt, etwas Besonderes oder geliebt zu sein. Ich liebe ihn innig und genieße seine Nähe, die mich glücklich macht. Leider ist er ein Workaholic, der meint, Zeit mit der Familie reiche aus, und Paarzeit vernachlässigt. Er kritisiert alles, was ich tue, weil er Perfektion verlangt. Trotz meiner Hausarbeiten und Unterstützung beim Sohnes Lernen wirft er mir Faulheit vor. Er macht sich sogar über meine Jobs lustig, die ich nicht lange halten konnte, und drängt mich, hart zu arbeiten. Wir streiten ständig um die Hausarbeit. Sexuell sind wir inkompatibel: Er will meist nur Oralsex ohne Gegenseitigkeit. Ich gebe ihm gerne Oralsex, wünsche mir aber traditionellen Sex danach und öftere Intimität. Seine späten Arbeitstage bis tief in die Nacht lassen mich frustriert zurück. Mein Nörgeln führt zu Streit, er wird defensiv. Ich fühle mich ungeliebt. Was soll ich tun?
– Anonym
Antwort von Dr. Kedar Tilwe: Liebe Leserin, das Fundament einer glücklichen Ehe basiert auf gegenseitigem Vertrauen, offener Kommunikation, Zuneigung und emotionaler sowie körperlicher Intimität. Oft werden Erwartungen nicht erfüllt – hier tragen Sie die emotionale Last und halten die Beziehung am Leben.
Workaholics sind häufig Perfektionisten, deren Denkmuster auch private Beziehungen blockiert. Erinnere Sie ihn sanft an Ihre wertvolle Arbeit als Hausfrau, die den Familienalltag am Laufen hält. Lassen Sie sich nicht kleinmachen: Bauen Sie inneren Selbstwert auf, lernen Sie durchsetzungsstarke Kommunikation und stärken Sie Ihr Selbstvertrauen.
Sex erfordert Einvernehmen beider. Sprechen Sie offen über Ihre Bedürfnisse, übernehmen Sie Initiative, probieren Sie Variationen und wecken Sie Romantik. Selbstbefriedigung kann ergänzen.
Suchen Sie einen Paartherapeuten vor Ort – das schafft Sicherheit zum Reden und gemeinsamen Fortschritt.
Dr. Kedar Tilwe, Psychiater und Sexologe, Fortis Hospital, Mulund
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