"Da können Sie Ihr Baby sehen", lächelte mich die sympathische Ärztin an und zeigte auf den Monitor. Bei der vorherigen Ultraschalluntersuchung hatte ich zum ersten Mal den Herzschlag meines Kindes gehört – ein Moment purer Freude. Einen Monat später erwartete ich ein größeres Bild und einen stärkeren Puls. Doch nach quälend langen Minuten blieb alles stumm und regungslos. Ich spürte sofort: Etwas stimmte nicht. Mehr Gel wurde auf meinen Bauch aufgetragen, die Sonde gedrückt und bewegt. Höflich bat der Arzt mich, die Blase zu entleeren. Mit bangem Herzen gehorchte ich. Beim Hinausgehen sah ich meinen Mann – sein gezwungenes Lächeln bestätigte meine Ängste. Wieder auf dem Tisch: Mehr Gel, intensive Suche. "Es tut mir leid, ich muss Ihnen eine schlechte Nachricht überbringen. Ihr Baby hat keinen Herzschlag mehr. Es handelt sich um eine Fehlgeburt." Die Welt um mich versank. Tränen flossen wie ein Wasserfall, ich schluchzte und flehte innerlich: "Das muss ein Traum sein, lass mich aufwachen." Doch die Realität war erbarmungslos. Innerhalb eines Augenblicks verlor ich mein Kind, meine Identität als werdende Mutter. Der Fötus war bereits seit zwei Wochen tot – glücklicherweise hatte ich keine Blutvergiftung erlitten, wie der Arzt betonte. Für mich fühlte sich Glück wie Pech an.
Ich konnte es kaum fassen. Kein Essen für zwei mehr, keine Vitamine, kein Lesen inspirierender Bücher oder sanfte Musik. Keine Suche nach Babynamen oder fetalem Wachstum. Mein roter Sari für die Babyparty, die Essenswünsche für den Sadh-Teller – alles sinnlos. In den Wochen davor hatte ich meinem Mann immer wieder gesagt, das Baby wachse nicht, trotz fehlender Symptome. Mein Instinkt lag richtig. Starke Progesteron-Gabe hatte den Abgang verzögert.
Immer noch zweifelnd, eilte ich zu meinem Frauenarzt. Auch er bestätigte die Diagnose per Ultraschall. Zu Hause weinten alle: Familienälteste, meine Schwägerin per Telefon aus Malaysia. In dieser Dunkelheit erkannte ich, wie zentral ein Kind für uns ist. Dieser Verlust traf uns alle. Die Ausschabung (D&C) stand für den nächsten Morgen an. Wir weinten die Nacht hindurch, trösteten uns. Im OP brach ich bei meinem Gynäkologen zusammen; er wischte sanft meine Tränen weg, bis die Narkose einsetzte.
Doch meine Geschichte geht weiter. Nach der D&C folgten psychische Probleme – drei Monate Medikamente. Wir zogen nach Mumbai, mit Leere im Herzen. Komplikationen und gescheiterte Versuche überzeugten mich: Mutterschaft war nicht für mich.
Eines Nachmittags schrieb mich die Frau eines alten Freundes auf Facebook an. Früher nah, trennten uns Distanz und ihr neues Leben. Sie wollte meine Nummer und prahlte mit ihrer Schwangerschaft – nach über zwei Jahren Schweigens, trotz Kenntnis meiner Kämpfe. Als Psychologin wusste sie genau, wie sie traf. Immer neue Bilder: Bauch, Party, Baby. Pure Grausamkeit. Meine Wunde riss auf. Ich weinte um Gottes Ungerechtigkeit. Dann verschwand sie.
(Von Piyali Ganguly)