Repräsentatives Bild. Als Frau aus einer kleinen Stadt im Punjab träumte ich lange davon, in einem multinationalen Unternehmen in einer Großstadt zu arbeiten. Nach meinem Abschluss und zahlreichen Bewerbungen fand ich endlich eine Stelle in einem renommierten Unternehmen in Noida.
Ich bin von Natur aus introvertiert, zurückhaltend und vertraue Menschen schnell. Der Nirbhaya-Fall in Delhi und ähnliche Vorfälle waren mir bekannt, doch aufgewachsen in einem religiösen, geschützten Umfeld, war ich mir der harten Realität außerhalb nicht voll bewusst.
Durch Kolleginnen aus Delhi lernte ich, vorsichtig zu sein. Trotz Anpassung an den modernen Lebensstil fühlte ich mich in der Metropole oft unwohl und zweifelte an den raschen Veränderungen.
Bei einem Besuch in meiner Heimatstadt stieg ich in einen Punjab-Roadways-Bus von der ISBT in Delhi ein. Meine Mutter hatte mich gewarnt, nicht neben einem Unbekannten zu sitzen, doch der Bus war voll. Ich wählte einen Platz am Fenster. Der Schaffner legte beim Ticketverkauf seine Hand auf meinen Rücken – ich schrieb es dem Zufall zu. Später setzte er sich neben mich, stellte aufdringliche Fragen. Ich blockte ab, doch er berührte mich erneut. Mit 95 % männlichen Passagieren blieb Hilfe aus. Ich stieg aus und wechselte den Bus.
Auf der Rückfahrt nach Delhi half mir ein scheinbar kultivierter U-Bahn-Mitarbeiter mit meinem Gepäck. Statt des direkten Wegs führte er mich in eine abgelegene Ecke und berührte mein Handgelenk. Ich drohte zu schreien und eilte davon.
Unzufrieden mit der Arbeit und verängstigt kehrte ich in meine Heimatstadt zurück, gab den Job auf und begann eine IELTS-Vorbereitung. Doch selbst hier, inmitten vertrauter Leute, wo ich mich immer sicher fühlte, wurde ich überfallen: Ein Mann schubste mich, zog seine Hose herunter. Glücklicherweise floh er, als jemand nahte.
Seitdem habe ich mich verändert: Ich bin mutiger, spreche lauter und baue ein Netzwerk auf, um meine Stimme zu erheben.
– Von Surbhi Gupta