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Die magische Präsenz ihrer Seele: Warum ich unsere Erinnerungen nicht teile

Die magische Präsenz ihrer Seele: Warum ich unsere Erinnerungen nicht teileIm August 2010 verlor ich meine älteste Schwester an Brustkrebs. Seitdem ist mein Leben grundlegend verändert – nicht nur oberflächlich, da ich viele der alten Routinen beibehalte. Doch tief innen hat sich alles verschoben, auf unzählige unausgesprochene Arten. Seit ihrem Tod habe ich neue Menschen getroffen, mit denen ich jedoch keine tiefe Vertrautheit aufbaue, um über sie zu sprechen. Ich fürchte, etwas von ihr zu teilen, würde die kostbare Nähe mindern, die ich noch zu ihr spüre. Nicht einmal mit meiner Familie rede ich darüber. Oft frage ich mich, ob jemand genau nachvollziehen kann, wie ich mich fühle: meist taub und einsam, doch auch wütend, verletzt und untröstlich. Immer wieder quält mich der Gedanke, ich hätte mehr tun können – intensiver recherchieren, einen anderen Arzt aufsuchen oder alternative Therapien ausprobieren. Ich hätte so viel mehr für sie tun können. Es gibt Momente, in denen ich jenen besonderen Tag Revue passieren lasse und versuche, jedes Detail festzuhalten, damit nichts in Vergessenheit gerät – einen Raum, den ich nur für sie unberührt lasse. Von uns vieren stand sie mir am nächsten; sie nannte mich stolz ihre Tochter. Wir waren wie beste Freundinnen: Wochenenden feiern, um Hausarbeit streiten, Geheimnisse teilen und shoppen gehen. Keine klassischen Schwestern, sondern Mitbewohnerinnen – mal alles austauschen, mal um Nichtigkeiten zanken. Das Leben mit ihr war voller Lachen. Zugegeben, es gab Missverständnisse: Sie, die Ältere, kommandierte gern, ich, die Rebellin, widersprach – bis die Eltern einschritten. Am Ende siegten immer wir beide! Manchmal lächle ich bei glücklichen Erinnerungen, die wir teilten. Glückliche und traurige Momente – sie webt sich durch alle. Ich blicke liebevoll zurück, teile sie jedoch nie, aus Angst, ihre Magie könnte verblassen und alltäglich wirken. Sie war einzigartig! Anderen mag es scheinen, als wäre ich weitergezogen, doch die Wahrheit ist: Ich bin es nicht. Ich habe der Zeit einfach Freiraum gegeben. Heute bin ich verheiratet und Mutter eines Sohnes – mein größtes Bedauern: Sie sieht ihn nicht, kann ihm nicht sagen, wie sehr sie ihn liebt. Sie hätte ihn vergöttert. Eines verspreche ich mir: Mein Sohn soll wissen, wer der beste Freund seiner Mutter war, auch wenn er sie nie getroffen hat.
Geschrieben von Manisha Sandilaya